Die Berliner Maschinenbau-AG vormals L. Schwartzkopff, Berlin, zählt zu den durch Krieg und Demontage besonders schwer mitgenommenen Betrieben, die überdurchschnittliche Aufbauschwierigkeiten zu überwinden hatten. Erst in den letzten zwei Quartalen des Jahres 1953, einem Rumpfgeschäftsjahr, war ein minimaler Gewinn erzielt worden, durch den sich bei einem Grundkapital von 4,992 Mill. DM der Verlustvortrag von 0,49 auf 0,46 Mill. DM ermäßigte. Nach dem jetzt vorliegenden Geschäftsbericht für 1954 konnte dieser Verlust in voller Höhe ausgeglichen werden. Der Auftragsbestand stieg um 55 v. H., und an den zunehmenden Umsätzen war der Export mit 22 v. H. beteiligt. Wesentlichen Auftrieb brachte die Serienfertigung einer vollautomatischen Koordinaten-Bohr- und Fräsmaschine, und auch das Geschäft in Setzmaschinen („Linotype“), Flaschenblas- und Glasmaschinen, in Erzeugnissen des allgemeinen Maschinenbaues und in Walzwerkenlagen entwickelte sich zufriedenstellend. Dagegen ruht noch immer der Bau von Lokomotiven und Großkompressoren.

Trotz konjunkturell günstiger Entwicklung nahm, wie der Verstand ausführt, im In- und Ausland der Druck auf die Preise und Zahlungsbedingungen so zu, daß die Kostensteigerungen nur durch umfassende Rationalisierungsmaßnahmen und Investitionen im Werte von rund 1,5 Mill. DM aufgefangen werden konnten. Die Bilanz, die ein Volumen von 19,7 Mill. DM ausweist, spiegelt die innere Festigung des Unternehmens wider. So wurden die Wiederaufbaukredite von 6,9 auf 5,9 Mill. DM abgebaut und ein amerikanischer Stillhaltekredit in Höhe von rund 0,47 Mill. DM auf Grund eines Kurssicherungsabkommens aus dem Jahre 1935 von der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt abgedeckt. Die günstige Entwicklung erlaubte den Abbau der Rückstellungen von 0,9 auf 0,67 Mill DM. Unter Ausnutzung aller Möglichkeiten wurden auf das Anlagevermögen rund 2,0 Mill. DM abgeschrieben. Die jetzt mit 7,0 Mill. DM ausgewiesenen Anlagen sind durch eigene Mittel gedeckt, was einer Besserung der Liquidität gegenüber den Vorjahr um etwa 14 v. H. entspricht. Der Rohertrag von 12,1 Mill. DM liegt um rund 0,5 höher als im Wirtschaftsjahr 1952/53, Im laufenden Jahr hält die steigende Tendenz an. Der Auftragsbestand reicht für das ganze Jahr aus, die Gießerei ist gut beschäftigt, und in der Produktion von Textilmaschinen machen sich die ersten Erfolge bemerkbar.

Gnieser-Berlin

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Goliath-Montagewerk in Antwerpen im Bau. Ein Montagewerk für Goliath-Wagen, das etwa so groß wie das Hauptwerk in Bremen sein soll, wird zur Zeit von einer belgischen Firma in einem Vorort von Antwerpen errichtet. Die Firma, die als Importeur der Goliath-Werke in Belgien arbeitet und zur Zeit vor allem amerikanische Armeefahrzeuge umbaut, hat große eigene Hallen. Ingenieure des Bremer Goliath-Werks arbeiten bereits an den Plänen für die Einrichtung der Hallen mit den für die Montage erforderlichen Maschinen. Das Hauptwerk hat sich an der Finanzierung des Projekts beteiligt. In dem Montagewerk sollen nur die in Belgien gewünschten Typen montiert werden. Sonderaufträge will das Bremer Werk im Rahmen des Exportprogramms erfüllen, in dem jährlich 250 Fahrzeuge nach Belgien ausgeführt werden dürfen.