Die Dakota waren das mächtigste Mitglied in der Familie der Sioux – unverrückbare Tatsache jedem, der selbst Hühnerfedern im Haar und holzbeilbewaffnet „auf dem Kriegspfad“ in Nachbars Garten zog. Unter den Dakota wiederum machten die Teton mit „Sitting Bull“ und „Crazy Horse“ am meisten Furore. Ein Unterstamm der Teton waren die Ogalalla, deren Glück und Ende einer ihrer Führer von einem Ethnologen aufzeichnen ließ:

Schwarzer Hirsch: Ich rufe mein Volk, Walter-Verlag, Olten und Freiburg im Breisgau, 261 S., 15,80 DM.

„Black Elk“ erzählt von jener Zeit, als die Prärie noch schwarz von Büffelherden war, von der berühmten „Wagenburg-Schlacht“ und schließlich dem Gemetzel von Wounded Knee, in dem die Ogalalla – Männer, Frauen und Kinder – von den Kanonen der Uniontruppen dahingemäht wurden. Es ist die tragische Geschichte von ein paar hundert stolzen Menschen, an deren Glaubhaftigkeit kein Zweifel besteht und die der europäische Leser sicher mitfühlend und nicht ohne Ressentiments gegenüber den weißen Eindringlingen zur Kenntnis nehmen wird. Und doch kann ein solches Buch – und noch viele andere seiner Art – nicht objektiv sein, da es nun einmal von dem Schmerz des Unterlegenen diktiert wurde. Denn weder war der Weiße jener Sadist, der bei seinem Vormarsch alles indianische Leben rücksichtlos niedertrampelte; noch der Indianer der Bösewicht, der unter den friedlichen Kolonisten regelmäßig Blutbäder veranstaltete. Die Wahrheit liegt in der Mitte und das Recht stand auf beiden Seiten. g. s.