SS-Standartenführer Huppenkothen, der Henker von Canaris, versucht seinen Freispruch vor dem Schwurgericht in Augsburg durch die Behauptung zu erreichen, der Chef der Abwehr habe nicht nur Hochverrat, sondern durch die Übermittlung militärischer Geheimnisse ins Ausland auch Kriegsverrat begangen.

Während des Prozesses hat Oberstaatsanwalt Hölper an den früheren Chef des Generalstabes, Generaloberst Franz Halder, die Frage gerichtet, ob die militärischen Informationen, die zu den Alliierten durchsickerten, Einfluß auf den Ausgang des Krieges gehabt hätten. Als der Verteidiger gegen die Frage protestierte, rief der Oberstaatsanwalt ihm zu: „Wollen Sie, Herr Dr. Seidel, die Verantwortung für eine neue Dolchstoßlegende auf sich nehmen?“ Das Gericht ließ die Frage zu. Halder beantwortete sie nach dem Bericht des Korrespondenten der WELT klar und eindeutig mit einem einzigen Wort: „Nein.“ Z.