Für einen von der Landtagsfraktion der hessischen FDP erörterten Plan, den Baumarkt durch Zurückstellung von Verwaltungsbauten zu entlasten, sprach sich Bundeswohnungsbauminister Dr. Viktor Emanuel Preusker vor einiger Zeit in Wiesbaden aus. „Ich bin durchaus der Meinung, daß Büro-Kasernen ebensowenig in die erste Dringlichkeitsstufe gehören wie sonstige Kasernen“, sagte der Minister. „Schulen und Krankenhäuser müssen natürlich rasch gebaut werden, nicht aber sonstige öffentliche Gebäude. Auch die gewerbliche Wirtschaft sollte hier mithelfen, indem sie nur solche Bauten vorantreibt, die der Verbesserung der Produktion dienen. Der Staat müßte aber mit gutem Beispiel vorangehen.“

Dem ist hinzuzufügen, daß das Wohnungsbauministerium von einer solchen Bausperre kaum betroffen würde, denn Preusker hat sich bisher standhaft geweigert, dem Beispiel seiner Ministerkollegen zu folgen und einen Neubau zu errichten. Ob die FDP, die in Bonn Regierungspartei ist, in Wiesbaden aber in Opposition zur Landesregierung steht, mit ihrem Vorschlag soviel Erfolg wie Beifall erringen wird, steht dahin. Die Gemeinde-, Landes- und Bundesverwaltungen als Bauherren der Finanzämter, Arbeitsämter, Landratsämter und Forstämter sind mächtiger als ein Minister und eine Handvoll Parlamentarier. H. D.