Die Elektrizitätswirtschaft hat zugesagt, daß sie, im Sinne der Preissenkungspläne Erhards, die Stromtarife überprüfen wolle. Ob diese Zusage von praktischem Erfolg begleitet sein wird oder kann, erscheint sehr fraglich.

Der Vorstand des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes (RWE) in Essen hat mit Wirtschaftsminister Dr. Middelhauve in Düsseldorf ebenfalls über die Strompreise gesprochen. Dabei soll zum Ausdruck gekommen sein, daß es falsch wäre, mit einer generellen Senkung der Strompreise zu rechnen. Die Verwaltung des RWE hat wissen lassen, daß sie bei einem Arbeitspreis von 6 Pfennig je kWh die niedrigsten Tarife aller Stromversorgungsbetriebe anbiete. Der heutige Arbeitspreis liegt noch um 2 Pfennig unter dem der Vorkriegszeit. Der Kohlepreis habe 1938 aber 18 RM betragen, während er heute bei 55 DM liege. Außerdem müßten die großen Investitionsanforderungen berücksichtigt werden, die ständig steigen.

Das RWE will aber dennoch einige Preisgruppen bei bestimmten industriellen Abnehmern „auflockern“, wo die „preisgestoppte“ Starrheit noch nicht beseitigt worden ist. Allerdings wird das RWE an diese partielle Verbilligung die Bedingung knüpfen, daß der ermäßigte Strom außerhalb der Spitzenbelastung bezogen wird. Dü.