Das separatistische Regime in Saarbrücken und die französischen Kreise, die hinter ihm stehen, scheuen vor keinem Mittel zurück, die kommende Abstimmung über das Saarstatut am 23. Oktober zu beeinflussen. Sie wissen, daß die Saarländer gute Katholiken sind (drei Viertel der Bevölkerung sind katholisch), und so versuchen sie, auch die Kirche einzuschalten. Schon vor Jahren aber hat ein Hirtenbrief des verstorbenen Bischofs Bornewasser von Trier den Gläubigen dargelegt, daß das Verhältnis zu Vaterland und Staat ein religiös-sittliches sei. „Vaterlandsliebe ist keine Nützlichkeitserwägung, sondern eine religiöse Pflicht. Aus rein egoistischen Gründen in der Flucht vor verlangten Opfern das Vaterland zu verlassen, widerstreitet dem Geist des Christentums, welches Treue und Opferbereitschaft höher wertet als materielle Güter.“ Diese Bischofsworte des Jahres 1947 sind noch heute unvergessen.

Bei den Wahlen 1952 half man sich in Saarbrücken durch einen Trick. Der Bonner Korrespondent der Saarbrücker Zeitung fälschte, kurz vor dem Wahltag, ein Telephongespräch mit dem Generalvikar von Trier, Dr. Weins, in ein Interview um, das sich zugunsten Hoffmanns auswirkte. Das geharnischte Dementi kam kaum mehr zur Geltung. Jetzt haben die gleichen Kreise versucht, vom neuen Trierer Bischof eine Erklärung zugunsten des Statuts zu erwirken. Sie wurden abgewiesen. In Speyer dürfte es ihnen nicht besser ergehen. Sie werden sich, wie es heißt, nun unmittelbar an den Vatikan wenden.

Es ist zu hoffen, daß sie damit ebensowenig Erfolg haben werden,-wie mit den jahrelangen Bemühungen von Paris und Saarbrücken, das Saargebiet von den Diözesen Trier und Speyer abzutrennen und zum selbständigen kirchlichen Sprengel mit einem eigenen Oberhirten erklären zu lassen. Z