o. f., Hamburg

Weil sich die Hamburger Polizeigewerkschaft nicht an die jetzigen Rangabzeichen „gewöhnen“ kann, weil sie auf Tradition hält und sich von der neuen Wehrmacht unterscheiden will, hat der Kommandeur der Schutzpolizei in Hamburg, Grot, dem Senat Pläne vorgelegt, die so militärisch aussehenden Schulterstücke mit Gold- und Silbertressen wieder einzuführen. 4000 im Außendienst stehende Polizisten sollen außerdem die „traditionellen“ Schaftstiefel anziehen – offenbar, um die alte Wehrmacht nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und – nach Auskunft der Polizeipressestelle – „weil sich viele Polizisten beschwert haben, daß das Regenwasser von den Mänteln in das jetzige kurze Schuhzeug tropft, was auf die Dauer sehr gesundheitsschädigend ist“. Daß man bei alledem auf die Tradition pocht, hat in dem konservativen Hamburg seinen besonderen Grund. Sollen doch die Hamburger „stolz“ sein auf ihre „forschen“ Ordnungshüter und darüber hinwegtäuscht werden, daß diese Uniformseuche den steuerzahlenden Hamburger Bürger nach Rechnung des Bundes der Steuerzahler dreiviertel Millionen Mark und nach Angaben der Polizei zwar weniger, aber doch auch 600 000 Mark kostet. – Uns scheint die eine wie die andere Summe für Epauletten ausgegeben ein Musterbeispiel für Steuergeldverschwendung zu sein.