Die Industriekreditbank AG, Düsseldorf, schlägt der zum 14. Oktober einberufenen HV vor, für das Geschäftsjahr 1954/55 (31. März) wieder 6 v. H. Dividende auf die A-Aktien (18 Mill. DM) und wieder 3 v. H. Dividende auf die B-Aktien (36 Mill. DM) zu verteilen. Von der Ermächtigung der ao. HV vom 10. März 1954 zu einer bedingten Kapitalerhöhung um 6,0 Mill. DM ist noch nicht Gebrauch gemacht worden.

Im Berichtsjahr sind 1095 Einzelkredite im Gesamtbetrag von 177,9 (i. V. 170,1) Mill. DM bewilligt worden, Von den damit seit Bestehen des Instituts insgesamt bewilligten 5750 Krediten im Gesamtbetrag von 919,3 Mill. DM entfallen der Stückzahl nach 95,1 (95) v. H. auf Kredite bis zu 0,5 Mill. DM im Einzelfall, 3,3 (3,2) v. H. auf Kredite zwischen 0,5 und 1,0 Mill. DM und 1,6 (1,9) v. H. auf Kredite von mehr als 1,0 Mill. DM. Geht man von dem Kreditbetrag von 919,33 Mill. DM aus, so sind 60,1 (56,5) v. H. dieses Betrages an die unterste Gruppe, 17,1 (16,6) v. H. an die mittlere Gruppe und 22,8 (26,9) v. H. an die höchste Gruppe gegangen. An die besonders förderungswürdigen Betriebe der Sanierungs-, Grenzland- und Zonenrandgebiete sind seit Bestehen der Bank 882 Kredite (15,3 v. H.) im Betrage von 131 Mill. DM (14,3 v. H. der Kreditsumme) geleitet worden.

In dem Bericht der Industriekreditbank heißt es, daß es bei dem großen Expansionsdrang der Wirtschaft bei weitem nicht möglich war, die Nachfrage nach Investitionskrediten einigermaßen zu befriedigen, zumal der Anteil der Mittel öffentlicher Herkunft weiter zurückging. Einen Anhaltspunkt für den Umfang dieses noch unbefriedigten Kreditbedarfes bieten die am Ende des Berichtsjahres bei der Bank vorliegenden Kreditanträge, die sich auf nicht weniger als 3067 (i. V. 1892) Anträge im Gesamtbetrag von 446,5 (1. V. 351,6) Mill. DM belaufen. Hinzu kommen nunmehr die Anträge auf Kreditgewährung aus dem Investitionshilfe-Überhang mit 3924 Anträgen im Betrage von 327,7 Mill. DM. Bis Anfang August dieses Jahres lagen der Bank bereits über 7500 Anfragen und Anträge im Gesamtbetrag von rd. 610 Mill. DM für Investitionshilfe vor. Z.

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AEG – Kapitalerhöhung genehmigt – Genau ein Jahr nach dem Tage, an dem die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG), Berlin, ihr Kapital um 22 auf 110 Mill. DM erhöht hatte, genehmigte eine ao HV fast einstimmig die Aufstockung um weitere 55 Mill. DM. Bei einem Ausgabekurs von 135 v. H. sollen die neuen Aktien den alten Aktionären im Verhältnis 2 : 1 angeboten werden und schon vom Beginn des neuen Geschäftsjahres an (1. 10. 1955) dividendenberechtigt sein. Dr. Hans C. Boden vom Vorstand betonte in der Begründung, daß nunmehr nicht nur ein gesundes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital hergestellt sei, sondern daß die anhaltend starke Ausweitung aller Zweige des Geschäftes in nächster Zeit auch die Erhöhung des Anlage- und Umlaufvermögens erfordere. Vor allem der zunehmende Mangel an Arbeitskräften zwinge zu umfassender weiterer Rationalisierung, um auch mit der ausländischen Konkurrenz Schritt halten zu können. In diesem Zusammenhang begrüßte Dr. Boden die vorbeugenden Maßnahmen der Notenbank zur Sicherung der Währung, erinnerte aber auch an die Gefahr zu hoher Zinslasten der deutschen Industrie im internationalen Wettbewerb. Nach seiner Darstellung hält die günstige Entwicklung sowohl bei der AEG als auch bei ihren Tochtergesellschaften an und läßt für den bevorstehenden Jahresabschluß mindestens die Vorjahresdividende von 8 v. H. erhoffen. – In den AR wurde an Stelle des verstorbenen Dr. Hugo Zinßer der Frankfurter Bankdirektor Dr. Erich Vierhub als stellv. Vorsitzer gewählt.

Die Investitionen des Volkswagenwerks für den Bau des Zweigwerks in Hannover bezifferte Generaldirektor Dr. Nordhoff auf einem Empfang der in- und ausländischen Presse in Frankfurt a. M. auf 120 Mill. DM, der Betrag werde restlos aus eigenen Mitteln des Volkswagenwerks bestritten. Die Lkw-Produktion in Hannover werde Anfang 1956 anlaufen. Die für den Herbst in Aussicht gestellte 1. Gesellschafterversammlung des Volkswagenwerks nach dem Kriege werde nach dem inzwischen gefaßten Beschluß des Aufsichtsrats Mitte Oktober, bestimmt vor dem 1. November, in nichtöffentlicher Form stattfinden. Dr. Nordhoff stellte jedoch eine ausführliche Berichterstattung über den Verlauf der Versammlung in Aussicht. Die vom Aufsichtsrat für das Jahr 1954 beschlossene Dividende liege „an der oberen Grenze der vergleichbaren Industriewerke“.

Die Aktiengesellschaft für Verkehrswesen und Industrie in Frankfurt/M. (früher Hamburg), eine Holding-Gesellschaft für Verkehrsunternehmen (Eisenbahnen und Kraftomnibus-Betrieb) und Baugesellschaften, schlägt der zum 17. Oktober einberufenen HV vor, für das Geschäftsjahr 1954 eine auf 4 1/2 (i. V. 3 1/2) v. H. erhöhte Dividende auf 18 Mill. DM Grundkapital zu verteilen. In dem Bericht heißt es, daß die wirtschaftliche Lage der Bahnen sich im Vergleich zum Vorjahr nicht gebessert, zum Teil sogar verschlechtert habe. Besondere Schwierigkeiten bereite der Erneuerungsrückstand und die unaufschiebbare Modernisierung der Bahnanlagen.