Vorbild Bundesrepublik

Verzögerungsversuche bei den Friedensverhandlungen hat Chruschtschow den Japanern vorgeworfen. Er erklärte der in Moskau weilenden japanischen Parlamentsdelegation, daß es der sowjetischen Regierung trotz „hitziger Verhandlungen“ mit Adenauer innerhalb von fünf Tagen gelungen sei, die Kriegs verbrecherfrage durch den Beschluß zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu lösen. „Im Gegensatz dazu verhandeln wir mit Japan schon seit fünf Monaten, und ich habe den Eindruck, daß die japanische Regierung die Verhandlungen willkürlich in die Länge zieht.“

Einsilbige Auskünfte

Anläßlich der Erkrankung Bulganins erkundigte sich die New York Post nach dem Befinden des Premierministers: „Wie fühlt sich der Marschall heute?“ – „Er ist nicht sehr krank.“ – „Hat sich sein Gesundheitszustand gebessert?“ – „Er ist nicht sehr krank.“ – „Wird er die Arbeit bald wieder aufnehmen?“ – „Ich hoffe.“ – „Mit wem sprechen wir?“ – „Mit Gazalkin, Sekretär des Marschalls Bulganin.“ – „Was fehlt ihm?“ – „Ich weiß nicht.“ – „Ist er zu Hause oder im Krankenhaus?“ – „Ich weiß nicht, ich nehme an: zu Hause.“ – „Wurde das russische Volk von seiner Krankheit unterrichtet?“ – „Ja.“ – „Sind die anderen Staatsmänner über seinen Gesundheitszustand besorgt?“ – „Nein.“ – „Ich danke ihnen.“ – „Ja.“

Vorsichtige Vögel

Namhafte amerikanische und japanische Vogelforscher haben festgestellt, daß große Scharen von Zugvögeln bereits nach den ersten Atombombenversuchen die radioaktiv verseuchten Gebiete mieden, und ihre Flugrouten über mehrere tausend Kilometer lange Umwege verlegten, um an ihre Überwinterungsorte zu gelangen. So wird auch das Auftreten der großen Schwärme sibirischer Nußhäher, die im vergangenen Herbst in Norddeutschland auftraten und sich dann nach West- und Süddeutschland ausbreiteten, mit den Atomexplosionen in Sibiren in Zusammenhang gebracht

Was Chruschtschow von Paris weiß ...