Im Jahre 1956 werden wir uns ernsthaft mit dem Wiederzusammenschluß der jetzigen drei Nachfolgeinstitute der ehemaligen Commerzbank befassen“, erklärte Bankdir. Hövermann von der Bankverein Westdeutschland AG, Düsseldorf, auf einer Pressekonferenz anläßlich der Einladung zu einer aoHV am 20. Oktober mit der Tagesordnung: Erhöhung des Grundkapitals von 40 um 20 auf 60 Mill. DM. Nach Durchführung dieser Kapitalerhöhung haben die drei Nachfolgeinstitute zusammen mit 100 Mill. das gleiche Kapital wie die alte Commerzbank, allerdings nur der Ziffer nach. Die 100 Mill. RM von damals hatten einen anderen Wert als die 100 Mill. DM von heute. Vor dem Krieg verfügte die Commerzbank (als Vergleich sei die Bilanz des guten Bankjahres 1927 genommen) über 37 Mill. offene Reserven, während die drei Institute jetzt nur 33 Mill. haben. Damals machte das Institut 103 Mrd. RM Umsatz und hatte zum Jahresultimo 531 Mill. Debitoren, gegen 155 Mrd. bzw. 650 Mill. Umsatz und Debitoren in oder zu Ultimo 1954. Aus diesem Vergleich darf geschlossen werden, daß die derzeitige Kapitalbasis der drei Institute zwar schon wieder recht erfreulich, aber unter Anlegung des klassischen Maßstabes noch nicht ausreichend ist. Es dürften daher später weitere Kapitalerhöhungen notwendig werden.

Die neuen Aktien werden unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre von der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank, München, übernommen, die diese dann zum Kurse von 115 v. H. im Verhältnis 2:1 an die alten Bankverein-Aktionäre ausgibt. Umgekehrt hat die „Bayerische Hyp“ beschlossen, ihrer oHV am 20. Oktober die Erhöhung um ebenfalls 20 auf 60,01 Mill. DM vorzuschlagen, wobei diese Aktien der Bankverein übernimmt und sie zum Kurse von 120 v. H. an die alten Bayerischen Hyp-Aktionäre ausgibt.

Die Gelder dienen nicht für Investitionszwecke, sondern ausschließlich zur Stärkung der Betriebsmittel. Das Kreditgeschäft steigt weiter an, wobei erfreulicherweise die langfristigen Ausleihungen anteilig zurückgehen. Der Trend vom Barkredit zum Wechselkredit geht weiter vor sich. Die Börsengeschäfte sind gut und das Auslandsgeschäft, also die Finanzierung des Außenhandels, wurde vom Vorstand als durchaus befriedigend bei wachsendem Anteil des Institutes an der Gesamtfinanzierungssumme bezeichnet. In 1955 wurden bisher gute Erträge erwirtschaftet, so daß es wieder eine gute Dividende geben wird, zumal die zukünftige Entwicklung zuversichtlich beurteilt werden könne, stellte Bankdir. Hövermann fest. rlt.

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Europa Carton AG gegründet. Die vor einiger Zeit angekündigte Gründung der Europa Carton AG durch eine amerikanisch-kanadisch-britische Gruppe unter Führung der Container Corporation of America (Chikago) ist jetzt in Hamburg vollzogen worden. Das vorläufige AK beträgt 4 Mill. DM. Die Gesellschaft wird sich in Deutschland und im europäischen Ausland auf dem Gebiet der Papier- und Verpackungsindustrie betätigen. Zunächst sind zu diesem Zwecke die Anlagen der früheren Firma Demgenski in Hamburg und der Firma Düsseldorfer Verpackungsindustrie GmbH, Düsseldorf-Heerdt, erworben worden. Der AR besteht aus Walter W. Taepcke (Chairman der Container Corporation of America), Dir. Ragnar Lagergren, Stockholm, und Dr. Hans Christoph Frhr. von Tücher, München.

Die Hotelbetriebs-Aktiengesellschaft (Bristol, Kaiserhof, Atlantic, Centraihotel, Baltic, Kranzler, Rollenhagen) in Berlin weist für das Geschäftsjahr 1954 nach 0,20 (0,18) Mill. DM Anlageabschreibungen einen Reingewinn von 22 666 DM aus, der zur weiteren Tilgung des Verlustvortrages auf 0,21 Mill. DM verwendet werden soll. Die HV war am 30. Sept. Die Umsätze der Berliner Betriebe sind – wie es In dem Bericht heißt – entsprechend der allgemeinen Entwicklung der gastronomischen Betriebe in Westberlin leicht gestiegen; wegen der höheren Einkaufspreise und Tariferhöhungen hat diese Umsatzzunahme allerdings keinen Niederschlag in der Gewinn- und Verlustrechnung gefunden. – Die im März dieses Jahres beschlossene Kapitalerhöhung um 1 Mill. DM auf 4 Mill. DM dient der Stärkung der Betriebsmittel. Die jungen Aktien sind von einem Konsortium zum Kurse von 110 v. H. übernommen worden. Für die gleichzeitig beschlossene bedingte Kapitalerhöhung um weitere bis zu 2,0 Mill. DM ist in Aussicht genommen, diese Aktien zu gegebener Zeit den alten Aktionären zum Bezüge anzubieten.

Deutsche Automobil-Treuhand GmbH (DAT). Bei der IAA 1955 war die DAT, wie bei den letzten Frankfurter Ausstellungen, wieder mit einem eigenen Pavillon vertreten. In dem Bestreben, Zweck, Aufgaben und Arbeitsweise ihrer Organisation den breitesten Kreisen der deutschen Kraftfahrer in populärer Weise darzustellen, gab sie diesmal vor allem Einblick in technische Einzelheiten der Kraftfahrzeugschätzung. Tonfilme und Aufnahmen von häufiger vorkommenden Abnutzungserscheinungen, gezeigt in je einem Panorama für verschiedene Kraftfahrzeugarten, gaben den Besuchern des DAT-Pavillons eine eindrucksvolle Vorstellung von den vielseitigen Aufgaber des DAT-Schätzers, vor allem aber auch von den hoher Anforderungen, die an das technische Wissen und die praktische Erfahrung dieser Männer gestellt werden. Die wirtschaftliche Bedeutung des gebrauchten Kraftfahrzeugs wurde hier von einer interessanten Seite her beleuchtet

Colonia-Versicherungsgruppe stellt um. Die Verwaltung der Colonia Kölnische Versicherungs AG, Köln schlägt der zum 14. Oktober einberufenen HV vor, das Grundkapital von bisher 16 Mill. RM im Verhältnis 10 : . auf 4,80 Mill. DM umzustellen, eingeteilt in 16 000 Stammaktien über je nom. 300 DM. Der HV werden außerdem die Abschlüsse für die Geschäftsjahre seit der Währungsreform bis 1953 einschl. vorgelegt. Für das Geschäftsjahr 1953 soll erstmals wieder eine Dividende von 8 v. H. zur Verteilung kommen. – Der am gleichen Tage stattfindenden HV der Rückversicherungs-AG Colonia, Köln, wird die Neufestsetzung des Grundkapitals im Verhältnis 20 : 7 von bisher 3,0 Mill. RM auf 1,05 Mill. DM vorgeschlagen, eingeteilt in 5000 Inhaberaktien zu je nom. 70 DM und in 20 000 Inhaberaktien zu je 35 DM.