In der gleichen Gegend des Berliner Nordens, wo um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Unternehmen wie Borsig, Schwartzkopff und Flohr Weltgeltung erlangten, wurde am 1. Oktober 1855 die Maschinenfabrik A. Roller eröffnet. Aus einem Betrieb, der ursprünglich alle damals zur Industrialisierung notwendigen Maschinen baute, hat sich schon nach wenigen Jahrzehnten eine Spezialfabrik zur Herstellung von Zündholzmaschinen und ganzer Zündholzfabriken entwickelt, die in aller Welt ihresgleichen sucht. Nicht einmal der schwedische „Zündholzkönig“ Ivar Kreuger vermochte vor rund 30 Jahren, den Betrieb zur Kapitulation zu bewegen. Dazu trug allerdings auch das übrige Produktionsprogramm des Unternehmens bei, das außer Maschinen für die Fournier- und Sperrholzindustrie auch mehrere Typen von Werkzeugmaschinen umfaßte. In neuerer Zeit wurde u. a. die Fertigung von Spanplatten- und Zahnstochermaschinen, aber auch von Buchdruckautomaten aufgenommen. Kriegs- und Demontageverluste zwangen den jetzigen Inhaber 1945 dazu, das Schwergewicht der Fertigung zunächst nach Westdeutschland zu verlegen. Seit einem Jahr ist der alleinige Sitz des Unternehmens wieder Berlin, und bei einem ständig wachsenden Abnehmerkreis wird der überwiegende Teil der Produktion exportiert.

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Von jeher hat die Berliner Maschinenbauindustrie wesentlichen Anteil am Export gehabt. In den letzten Jahren ist es ihr trotz aller Schwierigkeiten gelungen, wieder ihre alte Leistungsfähigkeit zu erreichen. Bekanntlich hängt die völlige wirtschaftliche Angleichung Westberlins an das Bundesgebiet von der weiteren Steigerung der Industrieproduktion ab, für die erhöhte Aufträge eine unumgängliche Voraussetzung sind. Allen Interessenten sei das neue Bezugsquellenverzeichnis empfohlen, das der Wirtschaftsverband Eisen-, Maschinen- und Apparatebau e. V. – WEMA – (Berlin W 15, Kurfürstendamm 57/58) jetzt herausbringt. Es enthält fast alle einschlägigen Firmen außer denen der Elektroindustrie mit ihren Fabrikationsprogrammen und die wichtigsten Angaben auch in Englisch, Französisch und Spanisch. Das Verzeichnis ist zum Nachnahmepreis von 5 DM von dem Herausgeber zu beziehen. G.

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Gründung einer Transportbank. Unter der Firma „Deutsche Transportbank GmbH“ ist in Frankfurt a. M. eine Bank mit einem Stammkapital von 1,2 Mill. DM gegründet worden. Gegenstand und Zweck des Unternehmens, das in Frankfurt seinen Sitz hat, ist insbesondere die Kreditgewährung zur Finanzierung von Straßentransporten. Dem neuen Institut sind also im Gebiet des privaten Transportgewerbes Aufgaben zugedacht, die die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank AG für die Bundesbahn erfüllt.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik. Die Schwan-Bleistift-Fabrik Schwanhäusser & Co. in Nürnberg, die im Familienbesitz ist, bildete am 30. September auf ihr lOOjähriges Bestehen zurück. Nach fast vollständiger Zerstörung im Kriege zählt das Unternehmen mit jetzt wieder etwa 550 Beschäftigten zu den führenden Bleistiftfabriken Deutschlands. Im Monat werden etwa 6 Mill. Stifte aller Art produziert. 60 bis 70 v. H. der Produktion gehen in das Ausland.