Die separatistischen Kreise an der Saar lassen nichts unversucht, die Bevölkerung zugunsten eines Ja zum Statut zu beeinflussen. Ein bevorzugtes Mittel, welches das Regime in den Jahren, da es nach Willkür schalten konnte, zur Vollkommenheit entwickelt hat, ist die Drohung mit dem Verlust der wirtschaftlichen Existenz. Wie das gemacht wird, hat sich wieder einmal an dem Vorgehen der Werke Villeroy & Boch in Merzig und Mettlach gezeigt.

Villeroy & Boch beschäftige 6000 Menschen. Der Chef des Unternehmens, Luitwin von Boch, seit Jahren ein enger Mitarbeiter Johannes Hoffmanns, der auch bei den Festen Grandvals auf Schloß Halberg selten fehlte, ging systematisch vor. Er berief, nach einem Bericht der Saarbrücker Allgemeinen Zeitung, die Funktionäre aller seiner Betriebe zu einer Besprechung nach Mettlach und forderte von den Obmännern und Betriebsräten, sie sollten auf die Arbeiter: einwirken. In „persönlichen“ Gesprächen wurde die Belegschaft vorgenommen. Nur durch ein Ja könnten ihre Arbeitsplätze gesichert werden, so wurde ihnen erklärt; bei Ablehnung des Statuts dagegen müßte man einen großen Teil entlassen. Die Methode ist um so verwerflicher, als gerade die Steinguterzeugnisse dieser Firma der bundesdeutschen Industrie gegenüber durchaus konkurrenzfähig sind und, wie glaubwürdig versichert wird, nicht auf Absatzschwierigkeiten stoßen würden. Es seien Drohungen wider besseres Wissen.

Boch besitzt übrigens auch im Bundesgebiet keramische Werke. Abgeordnete der Koalitionsparteien und der Opposition in Bonn haben nun die parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung gestellt, ob es richtig sei, daß Boch sich durch unerlaubten Kapitaltransfer Devisen vergehen zuschulden kommen ließ, um welche Summe es sich handle und ob ein Verfahren durchgeführt oder eingeleitet worden sei. v. Z.