Einer aoHV am 19. Oktober schlägt die Verwaltung der Mannesmann AG, Düsseldorf, vor, das AK erneut um weitere 80 Mill. DM genehmigten Kapitals zu erhöhen, so daß zusammen mit der Genehmigung einer Kapitalerhöhung um 80 Mill. DM durch die HV vom 30. Juni das bisherige AK von 320 Mill. DM um 2×80 auf bis zu 480 Mill. DM erhöht wird. Bei einem Jahresumsatz von zwei Mrd. DM in 1955, wovon 300 Mill. DM auf Export entfallen, wäre dies eine gesunde Relation.

Die erneute Bitte an die Aktionäre, genehmigtes Kapital zu schaffen, findet ihre Begründung in der Ausgabe von zwei Anleihe-Tranchen in DM und in Schweizer Franken über je 40 Mill. Es handelt sich dabei um Wandelschuldverschreibungen zu 5 1/2 bezw. ab 1960 zu 5 1/4 v. H. für die deutsche Tranche und zu 4 bis 4 1/2 v. H. für die Schweizer Tranche. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 18 Jahre. Die erste Zinszahlung ist am 1. Juli 1956 fällig. Ab 1962 wird die Anleihe mit einem Aufgeld ausgelöst. Dieses beträgt 1,5 v. H. und erhöht sich bis 1974 auf 7,5 v. H. Die Obligationäre haben das Recht, eine Umwandlung in Aktien zu verlangen. Bei einem solchen Umtausch muß ein Aufgeld von 100 v. H. des Nennwertes der Aktie am 2. 1. 1962 – Beginn der Umtauschmöglichkeit – gezahlt werden. Dieses Aufgeld ermäßigt sich dann auf 60 v. H. bis zum 2. 1. 1974. Die genauen Sätze werden im einzelnen auf der aoHV bekanntgegeben.

Mit der Schweizer Tranche handelt es sich um die erste Auslandsanleihe einer deutschen Firma. Die Beträge aus dieser Tranche sollen ausschließlich zur Finanzierung von Auslandsvorhaben dienen, insbesondere für den Bau des Röhrenwerkes in Kanada. Generaldir. Zangen äußerte sich optimistisch über den Stand dieser Anleiheverhandlungen mit der Schweiz. Er meinte, daß ein positiver Ausgang außer Frage sei und daß die Verzögerung nur formaler Naur wäre. –ll.