Während die Zukunft Juan Domingo Perons nunmehr in Paraguay liegt, haben seine Getreuen ihr Schicksal selbst in die Hand genommen. Senor Jorge Antonio beispielsweise, intimster Freund und zugleich Wirtschaftsberater des gewesenen Diktators, suchte das Weite unter Mitnahme der erklecklichen Summe von 22 Mill. Pesos, die er in letzter Sekunde vom Bankkonto einer befreundeten deutsch-argentinischen Firma abzweigen konnte. Dieser Tatsache verdanken die deutschen Geschäftsleute in Argentinien allerlei Nachteile, die im strikten Gegensatz stehen zu den Vorteilen, welche sich ihnen unter Peron geboten hatten...

So verfügte die argentinische Zentralbank plötzlich eine Sperrung der Konten all der Firmen, an denen Jorge Antonio beteiligt war. Lediglich die laufenden Betriebskosten blieben frei. Die neue Regierung Lonardi ist daran interessiert, die weit verzweigten Manipulationen Antonios genaustens kennenzulernen, um weitere Kapitalverschiebungen ins Ausland zu verhüten. Anscheinend gibt es nicht wenig Leute im Land, die ihm geschäftlich zugetan waren; auch Deutsche sind darunter. Aber waren nicht auch Nordamerikaner, Engländer, Italiener und andere an seinen Geschäften beteiligt? Sicherlich, jedoch uns interessieren hier lediglich unsere Landsleute, schon deshalb, weil zur Zeit eine Delegation des Bonner Wirtschaftsministeriums in Buenos Aires Handelsbesprechungen führen will. Ihr Auftrag ist ohnehin etwas prekär. Sie waren gekommen, um mit Peron zu verhandeln, und wurden dann sozusagen von den Ereignissen überrollt. Bonn hat den Herren einstweilen freie Hand gelassen. Sie mögen selbst entscheiden, ob die Atmosphäre für sie günstig ist oder nicht. Was die deutschen Firmen anbelangt, die mit Jorge Antonio unter einer Decke steckten, so soll es sich bei ihnen nicht gerade um Kleckerfirmen handeln. Ganz im Gegenteil! Vielleicht hatten wir es etwas eilig. Die Anerkennung der neuen Regierung geschäh nämlich am Rhein just zur gleichen Stunde, als man am La Plata die deutschen Konten sperrte... H. H.