Aus der Tatsache, daß Im Gegensatz zu 1953 bei der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung In Frankfurt/Main für Personen- und Lastkraftwagen keine Preissenkungen erfolgten, könne man entnehmen, daß die Automobilpreise derzeit den Kosten angepaßt sind, erklärte Generaldir. E. Vitger von den Kölner Fordwerken gelegentlich eines Empfangs der in- und ausländischen Presse. Andererseits müsse man darauf hinweisen, daß jetzt eine Konjunktur steigender Preise bestehe, so daß Preisermäßigungen im Augenblick nicht akut seien. Da jedoch eine ganze Reihe von Automobilwerken Rationalisierungen ihrer Fertigungen und Modernisierungen ihres Produktionsapparates durchführten, liege es im Bereich der Möglichkeit, daß Preisermäßigungen auch auf dem Automobilmarkt eintreten, wenn diese Maßnahmen zum Tragen gekommen seien. Eine Erweiterung der Werkskapazität von Ford sei auch deswegen erforderlich, da die vor und während der Automobilausstellung mit den ausländischen Kunden geführten Besprechungen die Notwendigkeit erkennen lassen, den derzeit bei etwa 45 v. H. liegenden Exportanteil weiter zu erhöhen.

Der Gedanke, die Automobilindustrie finanziell am Straßenbau zu beteiligen, wurde von Generaldir. Vitger „war nicht von vornherein zurückgewiesen, er erklärte jedoch, daß er dies für überflüssig halte, da die laufenden Abgaben des Kraftverkehrs für den Straßenbau ausreichend seien, vorausgesetzt, daß sie ohne jeden Abzug dem Straßenbau auch zugute kämen. Im übrigen erinnerte Generaldir. Vitger in diesem Zusammenhang an seine Ausführungen zu Beginn des Jahres zu den Fragen der Verkehrspolitik, in denen er u. a. für einen Wegfall der Hubraumsteuer und Umlegung auf den Treibstoffverbrauch plädierte, um auf diese Weise einen weiteren Interessentenkreis für den Kraftwagen zu gewinnen. Er betonte, daß bei der Beseitigung der Hubraumsteuer insbesondere auch der Gebrauchtwagenmarkt zu bedenken sei. W.

*

Keine Überraschungen auf der GBAG-HV. Die HV der Gelsenkirchener Bergwerks AG, Essen, des größten Zechenunternehmens der Bundesrepublik, verlief praktisch ohne Opposition, nachdem zwischen dem außenstehenden Aktionär Hermann D. Krages mit rund 50 Mill. DM GBAG-Aktien und der Verwaltung eine Einigung insofern erfolgt war, als der Antrag auf Erhöhung des AK um 80 Mill. DM unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre von der Tagesordnung abgesetzt und Herrn Krages die Zuwahl in den AR zu einem späteren Zeitpunkt zugesagt worden war. Die aoHV wählte nach Genehmigung des Abschlusses für 1954 mit 6 v. H. Dividende neu in den AR Bankier J. Abs (Deutsche Bank-Gruppe), Dipl.-Kaufmann Werner Söhngen (Rheinstahl) und Bergassessor a. D. Hans-Günther Sohl (August Thyssen-Hütte). Die Zuwahl von Krages erfolgt. auf einer späteren HV unter gleichzeitiger Erweiterung des Gesamt-Aufsichtsrates von jetzt 15 auf 21 Personen, wobei drei Mitglieder gemäß Mitbestimmungsgesetz von der Arbeitnehmerseite hinzukommen werden.