Die DEFAKA (Deutsches Familienkaufhaus), die 1925 in Hamburg gegründet worden war, hatte schon ein Jahr später ihre Hauptniederlassung nach Berlin verlegt und sich von dort aus über das gesamte damalige Reichsgebiet ausgebreitet. Dem Zusammenbruch 1945 fielen nicht nur große Häuser in Breslau, Königsberg, Stettin, Leipzig, Dresden und an anderen Plätzen Ost- und Mitteldeutschlands zum Opfer, sondern auch die Berliner Häuser, die alle im heutigen Sowjetsektor gelegen waren.

Der Neuaufbau des Unternehmens nach dem Kriege begann von Düsseldorf aus, bis im vorigen Jahr die Emil Köster KG a. A. die wiedererstandenen 18 westdeutschen Häuser übernahm. Wegen der großen Bedeutung Berlins als Produktionsstätte der Bekleidungsindustrie wurde dort schon seit Jahren eine Einkaufsstelle unterhalten, die allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres für 20 Mill. DM Waren, darunter auch Investitionsgüter, für die westdeutschen Häuser beschafft hat. Jetzt wurde nach der auch für Berliner Verhältnisse ungewöhnlich kurzen Bauzeit von viereinhalb Monaten an repräsentativer Stelle (an der Gedächtniskirche) wieder ein DEFAKA-Kaufhaus eröffnet, das zu den modernsten Gebäuden seiner Art zählt. Von den sieben Geschossen sind fünf für den Verkauf vorgesehen, die zwei übrigen enthalten Lager- und Verwaltungsräume. Von den über 250 Angestellten des Hauses kommen nur wenige Schlüsselkräfte aus dem Bundesgebiet! bei der Neueinstellung wurden die unter den Berliner Arbeitslosen besonders stark vertretenen älteren Angestellten mit Vorrang berücksichtigt. gg.

Auch die Bank für Landwirtschaft AG, an der die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt maßgeblich beteiligt ist und die jetzt, zum Neugeschäft in Berlin zugelassen wurde, hatte durch den Krieg ihr gesamtes Wirkungsfeld verloren, zu dem außer der Berliner Zentrale vier Depositenkassen in Berlin und 33 Niederlassungen im Gebiet der jetzigen Sowjetzone gehörten. Für das Bundesgebiet wurde bereits 1950 die Westdeutsche Bank für Landwirtschaft mit dem Sitz in Köln gegründet, die jetzt über ein nominelles Kapital von 3 Mill. DM verfügt. Sie ist auch an dem neuen Berliner Institut beteiligt, dessen vorläufiges Eigenkapital rd. 1 Mill. DM beträgt.

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Kapitalerhöhung bei der Borsig AG genehmigt. Die HV der Borsig AG, Berlin-Tegel, genehmigte die beantragte Kapitalerhöhung von 6 auf 25 Mill. DM. Von den! AK befinden sich nunmehr 13 Mill. DM bei der Muttergesellschaft, der Rheinmetall-Borsig AG, und 12 Mill. DM bei der Berliner Industriebank AG. Damit sind also durch Vermittlung der Berliner Industriebank gewährte Gegenwertmittel und Darlehen der Muttergesellschaft im Wege der Eigenkapital-Ersatzfinanzierung in haftendes Kapital umgewandelt worden. Hierdurch wurden die Eigenmittel des Unternehmens in ein angemessenes Verhältnis zum wachsenden Geschäfsvolumen gebracht. Borsig ist mit rd. 4750 Beschäftigten eine der größten Westberliner Industriebetriebe.

Die Parfümfabrik Gebrüder Kleiner, Berlin-Tempelhof, bestreitet mit ihrem Erzeugnis „Patra“ rund 30 v. H. der gesamten deutschen Parfümherstellung und und 78 v. H. der Berliner Parfümfabrikation. Das Unternehmen wurde 1928 gegründet und unterhält neben einem Verkaufsbüro in Hamburg 19 Auslieferungslager in der Bundesrepublik. Auch im Ausland werden zahlreiche Vertretungen unterhalten, u. a. in Belgien, dem Saarland, Luxemburg, Holland, Schweden, Griechenland, Libanon, Syrien, Irak, Saudiarabien, Ägypten, Äthiopien, Indien, Ceylon, Australien, Venezuela und Bolivien. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr eine Produktionssteigerung an Parfüm um 31,8 zu verzeichnen gehabt.

Die Bausparkasse der deutschen Volksbanken AG, Schwäbisch Hall, die an den Neuabschlüssen von Bausparverträgen aller 17 privaten Bausparkassen in 1954 mit fast einem Viertel beteiligt war und die als zweitgrößte Bausparkasse des Bundesgebietes anzusehen ist, hat jetzt auch in Hamburg eine Beratungsstelle eröffnet. Im Hamburger Gebiet unterhält die Bausparkasse Bausparverträge von über 115 Mill. DM.

75 Jahre Kaiser’s Kaffeegeschäft Die Firma Kaiser’s Kaffeegeschäft GmbH, Viersen/Rhld., blickte am 30. September auf das 75jährige Bestehen zurück. Ausgehend von einem kleinen Lebensmittelgeschäft am Rande der Stadt Viersen, entwickelte der Gründer der Firma, der 1950 verstorbene Kommerzienrat Josef Kaiser, ein Lebensmittel-Filialunternehmen, das im Laufe der Zeit Läden im gesamten Reichsgebiet unterhielt und für viele andere Filialbetriebe Vorbild wurde. Zur Zeit unterhält die Firma in der Bundesrepublik und Westberlin 916 Verkaufsstellen sowie Zweigniederlassungen und Betriebe in Hamburg, Heilbronn a. N., Berlin-Spandau und Dülken. Der Jahresumsatz hat 1954 die Viertelmilliarde überschritten.