Ob ein Auto ein Auto ist, entscheidet der Fiskus souverän. Er tut es je nachdem; und wie es der Zufall will, fällt die Entscheidung stets zu seinen Gunsten und stets zum Nachteil des Steuerzahlers aus – jedenfalls wenn es sich um Kleinwagen handelt. Erhebt er zum Beispiel Kraftfahrzeugsteuer oder Gebühren auf einem Parkplatz der öffentlichen Hand, so ist der Kleinwagen nach dem Diktum des Finanzamtes ein Auto. Will sich aber der Besitzer als Arbeitnehmer in den Genuß der Pauschalsätze bringen, die als Werbekosten abzugsfähig sind, so kann es ihm passieren, daß ihm der Fiskus bedeutet: ,In diesem Falle ist Ihr Auto ein Motorrad’; und dann darf er statt des Satzes von 50 Pfennig für den Kilometer nur 22 einsetzen. So jedenfalls hält es die Oberfinanzdirektion. in Düsseldorf.

Anderswo verfährt man nach der treuherzigen Gleichung: drei Räder = Motorrad, vier Räder == Auto; und das wiederum hat die Folge, daß Fahrzeuge gleichen-Wertes und gleicher Leistung verschieden versteuert werden. Das sind in der Tat kapriziöse Maßstäbe, und man kann dem Bund der Steuerzahler nur Beifall spenden, wenn er ohnehin sind im Vergleich zu den Kilometergelder! der Beamten und Abgeordneten die Pauschalsätze gering – gegen derlei Willkür in der fiskalischet Praxis Einspruch erhebt.

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