I. Bild eines Unternehmers in den Tropen – Portugiesisch-Angolas Wälder könnten halb

Europa mit Zellstoff versorgen

Von A. E. Johann

Wir beginnen heute mit der Schilderung eines deutschen Unternehmers in Portugiesisch-Angola eine Serie von Berichten aus Afrika, die der bekannte deutsche Reiseschriftsteller A. E. – Johann für uns schrieb. Das Leben dieses Mannes ist so bunt, wie die Welt, die er in vielen Reisebüchern und Berichten schilderte. Vom Werkstudenten zum Reedereidirektor, vom Steuertreuhänder zum Unternehmer in Kanadas Urwald, vom Kumpel im russischen Bergwerk zum Chefredakteur einer großen deutschen Monatszeitschrift hat A. E. Johann die Skala zwischen Scheitern und Erfolg geographisch und menschlich nach allen Seiten durchmessen. Vor wenigen Monaten wurde ihm von dem südwestafrikanischen Stamm der Awambos die Würde eines Ehrenhäuptlings verliehen.

Die Wirtschaft Angolas ruht auf dem Kaffee. Aber das ist eine verdammt unsichere Basis. Ich möchte sogar sagen: es gibt kaum eine, die unzuverlässiger wäre!"

Der Mann hob sein Whiskyglas an die Lippen, nahm einen Schluck und lehnte sich in den tiefen Sessel zurück, der speziell für seine langen Glieder gebaut zu sein schien. So war es wohl auch, denn dieses ganze phantastische Haus auf der Kuppe eines an die zweitausend Meter hohen Berges mitten, in der afrikanischen Wildnis, alles, was draußen und drinnen dazugehörte, hatte sich dieser erstaunliche, einsame Mann allein nach seinem Gusto und nach seinen Bedürfnissen entwerfen und errichten lassen.

Von solchen Wohnungen und Häusern träumt man manchmal. Aber man glaubt nicht, daß es sie gibt, es sei denn vielleicht in Hollywood. Dies aber war nicht Hollywood, nicht Amerika, nicht Flimmerschein und nicht von einem klugen Publicity- Agenten berechnete Reklame. Dies war Afrika. Ringsum schwieg die afrikanische Nacht, leer, unheimlich still; nicht einmal die Zikaden zirpten hier oben in der empfindlichen Kühle; der leise Nachtwind war beinahe schneidend.