Der Tag, an dem im Jahre 1492 Christoph Columbus zum erstenmal jenen neuen Erdteil betrat, der später Amerika genannt wurde, bedeutet zugleich die Keimlegung für eine Reihe von Völkern, die im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte zu Nationen wurden. Wie verschiedenartig sich auch der Werdegang jener Völkerfamilie, die in Mittel- und Südamerika ansässig ist, abgespielt haben mag: sie alle eint die gleiche Grundabstammung von der Iberischen Halbinsel. Gewiß wäre es abwegig, deshalb heute von einer ibero-amerikanischen "Rasse" im biologischen Sinne zu sprechen. Wenn der Begriff dennoch angewandt wird, so lediglich als Symbol einer Schicksalsverkettung in Vergangenheit und Gegenwart von Menschen gleicher Sprache, Kultur und Religion, denen sich Millionen andere, von überall her kommend, freiwillig zugesellten. Äußeres Kennzeichen dafür ist der "Dia de la Raza" geworden, jener einzige gemeinsame Festtag der ibero-amerikanischen Völker, zu dem erstmals im Jahre 1917 der damalige argentinische Staatspräsident Hipolito Irigoyen den 12. Oktober er-

Wie in jedem Jahr, versammelt der Ibero-Amerikanische Verein in Hamburg an diesem Tage seine Mitglieder, Freunde und viele offizielle Persönlichkeiten – im ganzen mehr als 600 Gäste – zu einer Feier, einem Herrenabend im Hotel Atlantik. Entsprechend dem Charakter Hamburgs als Außenhandelszentrum werden die Reden des Abends vorzugsweise wirtschaftspolitischen Hintergrund haben. H. H.