DIE ZEIT

Krise und kein Ende

Frankreich hat eine Regierungskrise. Das ist nichts Neues in einem Land, in dem seit Kriegsende zwanzig Kabinette sich in rascher Folge ablösten.

Ein dritter Mann im Spiel...

Wenn ein Patient Fieber hat und das ratlose Konsilium der Ärzte und Familienangehörigen beschließt, die einfachste Therapie sei, das Thermometer zu verstecken, so muß diese Methode, um das mindeste zu sagen, allgemeine Verwunderung hervorrufen.

Der gefesselte Riese

Je näher das Treffen der Außenminister der großen Vier in Genf heranrückt, desto geringer wird leider die Wahrscheinlichkeit, daß Außenminister Dulles imstande sein werde, einen konstruktiven Beitrag zu leisten.

Wahlsieger Kaisen

Das hat es in Deutschlands demokratischen Zeiten noch nicht gegeben, daß eine Partei annähernd 50. v. H. aller Stimmen in einem Lande erhielt, wie dies bei den Wahlen zur Bremer Bürgerschaft geschah.

Schach dem Westen!

Erst waren es Gerüchte; dann wurde es Gewißheit und hat im Westen einige Bestürzung ausgelöst: Ägypten wird Düsenjäger, Panzer, Geschütze und Kampfboote aus dem Osten beziehen.

ZEITSPIEGEL

72 Prozent aller befragten Abstimmungsberechtigten erklärten sich bei der Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts im Saargebiet gegen und nur 28 Prozent für die Annahme des Saarstatuts.

Noch ein „Schlüter“?

Bundesratspräsident von Hassel steht vor der wohl schwersten Entscheidung seiner bisherigen Laufbahn als Ministerpräsident Schleswig-Holsteins.

Was macht man gegen Abendroth?

Vor einigen Wochen berichtete die in Halle an der Saale erscheinende „Freiheit“, ein Organ der Sozialistischen Einheitspartei, in großer Aufmachung über die Thesen des Staatswissenschaftlers Professor Wolfgang Abendroth (Marburg) zur Wiedervereinigung Deutschlands.

Griechen sind verstimmt

Bisher war Papagos – dessen Tod ganz Griechenland beklagt – als Regierungschef der Träger der griechischen Außenpolitik, die sich auf den beiden Pfeilern der unbedingten Zugehörigkeit zum Westen und auf dem Balkanpakt aufbaut.

Molotow bekennt

Molotow hat in der Moskauer Halbmonatsschrift Kommunist öffentlich Selbstkritik geübt. In seiner Rede vor dem Obersten Sowjet am 8.

Radikales Indonesien

Das bisherige Wahlergebnis in Indonesien ist eine schwere Enttäuschung für alle, die nach dem Regierungswechsel in Djakarta auf eine Entspannung der holländisch-indonesischen Beziehungen und auf einen Sieg der gemäßigten, antikommunistischen Parteien gerechnet hatten.

Die Idee des Bauhauses wurde heimgeholt

und sagte schlicht und treuherzig, ich sei nicht wie die andern, ich verstünde Dinge, zu denen andere Menschen unfähig wären, und sei anderen nützlich.

Ausgewanderte Maler

Die sechsundzwanzig „Ausgewanderten Maler“, deren Werke das Leverkusener Museum in Schloß Morsbroich der nachdenklichen Erinnerung der ehemaligen Landsleute vorstellt, haben miteinander nichts anderes gemein, als daß sie Deutschland verließen.

La Prensa

Am 18. März 1951 kabelten die Presseagenturen von Buenos Aires aus folgende Meldung an ihre Kunden: „Der argentinische Senat stimmte soeben einer Gesetzesvorlage zu, durch die der parlamentarischen Überwachungskommission die Kontrolle der Zeitung La Prensa übertragen wird.

Vierzig Tage und vierzig Nächte

Pierre Routy ging ans geöffnete Fenster und sah auf das Meer, das in scheinbar ewiger Monotonie an das Ufer schlug. Das Gerede seiner Frau hatte ihn in einen Zustand der Gereiztheit versetzt, über den er sich keine Rechenschaft zu geben wußte.

Zwischen Politik und Kunst

Erst wenn der europäische Festspielsommer verrauscht ist, veranstaltet Berlin seine „Festwochen“. Sie sind der letzte Sommerakkord und doch mehr.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Gläubiger Pessimismus

Als William Faulkner vor ein paar Wochen in Paris von Journalisten über seine Eindrücke von der Literatur dieser Jahre befragt wurde, gab er zur Antwort: „Ich komme nicht dazu, sie zur Kenntnis zu nehmen, denn ich verwende alle freie Zeit auf die Lektüre jener vier Autoren, die mich schon in meiner Jugend fasziniert haben: Flaubert, das Alte Testament, Dostojewskij und Shakespeare.

Mehr Mut, ihr Dichter!

In Leipzig ist jetzt eine Hochschule für Schrift, steller eingerichtet worden, das „Institut für jLi

Wer vergiftet wen?

2eit zwei Jahrzehnten sind die sorgfältigen Ar- J beiten des Toxikologen Professor Lewin auf em Büchermarkte nur noch selten anzutreffen.

Das Buch wird immer mehr zur Ware

Genau 685 Verlage hatten ihre Bücher ausgestellt, als an einem klaren, frischen Oktobermorgen die diesjährige Frankfurter Buchmesse eröffnet wurde.

Immer noch Machtpolitik

Die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit in allen sozialen Beziehungen ist unüberbrückbar..................................

Das „berühmte“ Hopkins-Manuskript

Weltuntergang, Atomkrieg, Marsüberfälle und eine ins Bizarre verzerrte Zukunft sind Steckenpferde jener Romanautoren, die zuerst an das Publikum und dann an den Stoff denken.

Verstaubte Akten – kein Roman

Der attraktive Umschlag dieses amerikanischen Bestsellers hält sein Versprechen nur einige Seiten lang. Dann stellt der Leser betroffen fest, daß die ungewöhnliche Story tatsächlich, wie der Verlag versichert, aus alten Akten hervorgekramt sein muß, so überzeugend ist der aktenmäßige Stil erhalten geblieben.

Grasaffe, Gschpusi und Bücherwurm

Ob einer ein „Butje“ oder ein „Strizzi“ ist, das hängt, auch bei innigster Seelenverwandtschaft, zuerst einmal davon ab, ob der Betreffende aus Hamburg oder aus Wien stammt.

Oberlausitz: Selbstschüsse

Vor kurzem kam es nördlich von Görlitzüber der kleinen Gemeinde Nieder-Ludwigsdorf, die direkt an der Neiße liegt, zu einem Flugzeugzwischenfall.

Bayern: Farbe genügt nicht

Die Nürnberger haben das Denkmal des 1872 inihren Mauern gestorbenen Philosophen Ludwig Feuerbach, das 1933 von den nationalsozialistischen Behörden entfernt worden war, wieder aufgestellt.

Mark Brandenburg: Aufbau in Potsdam

Der Wiederaufbau in Potsdam sieht eine Rekonstruktion der Französischen Straße vor, die bis auf wenige erhalten gebliebene Fassaden ein Opfer des Krieges wurde.

Nordrhein -Westfalen: Österreichs Palette

Mein Gott, ist das Land schön!“ Das war der Stoßseufzer so mancher Besucher, vor allen Dingen so mancher Besucherinnen der Internationalen Ausstellung für Wirtschaft und Werbung (IWA 55 vom 24.

Neumark: Freiheit für Deportierte

Neunhundert Zwangsarbeiter wurden im neumärkischen Kreis Königsberg mit der Maßgabe in Freiheit gesetzt, Arbeit auf den Kolchosen, Staatsgütern oder Viehfarmen anzunehmen bzw.

„Äppelwoi-Expreß“ a. D.

Drei Tage lang durfte jedermann kostenlos zwischen den Städten Frankfurt und Offenbach hin- und herfahren, so oft er wollte.

Bremen: Beliebter Lloyd

Den „Bahnhof am Meer“ auf der Columbuskaje in Bremerhaven, wo es nur wenige Schritte von Bord in den D-Zug sind und wohin die Bundesbahn zu jeder Schiffsankunft einen Sonderzug detachiert, laufen jetzt elf Passagierschiffe wieder in regelmäßigem Linienverkehr an.

Explosion in Köln

Der Leser der ZEIT erwartet von seinem Blatt in erster Linie weniger eine („bewußt“) neutral gehaltene Berichterstattung als vielmehr eine Stellungnahme zu den Geschehnissen: eine fundierte Stellungnahme natürlich, die soviel von dem „objektiven Befund“ mitteilt, daß es dem Leser ermöglicht wird, sich daraus seine eigene Meinung zu bilden – wenn er mag, das heißt, wenn er sich der Auffassung, die ihm da von den Autoren der ZEIT vorgesetzt wird, nicht ohne weiteres anzuschließen bereit ist.

Mit allen filmischen Ehren ...

Es scheint so, als ob der Weg zur Reprivatisierung des ehemaligen reichseigenen Filmvermögens trotz aller seltsamen Krümmungen nicht einer gewissen Konsequenz entbehre.

Das Dilemma des Werkmeisters

Der Wirtschaftsbetrieb ist eine Hierarchie. Er ist in verschiedene Abteilungen und Unterabteilungen aufgegliedert: mit Meistern, Abteilungsleitern, Direktoren und dem Generaldirektor an der Spitze.

Auf einen Blick...

Auch an den westdeutschen Wertpapierbörsen machte sich in der vergangenen Woche die politische Unsicherheit bemerkbar, die durch die Erkrankung des amerikanischen Präsidenten ausgelöst wurde.

„Führung der Akten ist mangelhaft“

Unter dem Aktenzeichen Prüf./IV – 4383 hat der Direktor des Landesversorgungsamtes (LVA) Berlin vor einiger Zeit „Grundsätzliche Prüfungsbemerkungen“ an die Dezernate des LVA und die Versorgungsdienststellen herausgegeben, in denen er das Fazit aus einer internen Prüfung von Versorgungsakten zieht.

Noch geht es nicht

Die diesjährigen Gouverneurstagungen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank haben keine Überraschungen gebracht.

Werkzeitungen

In Europa erscheinen gegenwärtig einige tausend Werkzeitschriften mit einer Jahresauflage von 80 Mill. Exemplaren – also mehr, als es Industriearbeiter gibt.

Wann kommt der K-Laden?

Wer die am vergangenen Sonnabend eröffnete Düsseldorfer Fachmesse und Leistungsschau „Kunststoffe 1925“ gesehen hat, weiß, was die Kunststoffe heute können, wie viele Einsatzmöglichkeiten es gibt.

Die große Linie fehlt

Kreditinstitute bedürfen für die Errichtung von Niederlassungen und Zweigstellen der Erlaubnis durch die Bankenaufsicht. Nach den Bestimmungen des Kreditwesengesetzes darf sie nur gegeben werden, wenn ein örtliches und gesamtwirtschaftliches Bedürfnis vorliegt.

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