AUSSENHANDEL

Der stetig wachsende Handel der Bundesrepublik mit den USA und mit Kanada wird nach Feststellungen der Gesellschaft zur Förderung des deutsch-amerikanischen Handels in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreichen. Westdeutschland hat in den ersten acht Monaten d. J. Waren für insgesamt 233,5 Mill. $ nach den Staaten exportiert; das sind 25,5 v. H. mehr als in der Vergleichszeit des Vorjahres. In der gleichen Zeit stieg unsere Ausfuhr nach Kanada um 20 v. H. auf einen Wert von 31,7 Mill $. Westdeutschlands Importe hatten jedoch noch eine stärkere Steigerung zu verzeichnen. Von Januar bis August sind aus den USA Waren für 478,2 Mill. $ eingeführt worden; das sind 46 v. H. mehr als in der Vorjahreszeit. Die Einfuhren aus Kanada hatten einen Wert von 71,1 Mill. $ und waren damit um rund 47 v. H. gestiegen.

Westdeutschlands Elektroindustrie hat ihren Anteil an der Weltelektroausfuhr auch im laufenden Jahr weiter erhöhen können. In der Reihe der Exportländer nimmt die Bundesrepublik wieder den dritten Platz ein, konnte aber ihren Anteil infolge der größeren Ausfuhrzunahme gegenüber dem ersten Halbjahr 1954 auf 16,9 v. H. bzw. 230,8 Mill. $ steigern.

Die neue argentinische Wirtschaftspolitik, für die ein Sachverständigenausschuß die Vorbereitungen in Buenos Aires aufgenommen hat, zielt auf eine Änderung der bisherigen Währungs- und Devisenpolitik zur Stabilisierung des Kurses und der Kaufkraft des Peso hin. In argentinischen Wirtschaftskreisen erwartet man auch eine Einschränkung der Staatsausgaben, vor allem von Ausgaben im Rahmen des Fünf-Jahres-Planes, die die Finanzkraft des Landes übersteigen.

AUSLAND

Großbritanniens Gold- und Dollarreserven sind im September um 112 Mill. $ (470,4 Mill. DM) zurückgegangen. Sie haben damit den tiefsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Am 30. September belief sich der Gold- und Dollarbestand auf 2,345 Mrd. er nähert sich damit der von Sachverständigen als gefährlich bezeichneten Zwei-Milliarden-Grenze.

Die österreichische Industrieproduktion war im ersten Halbjahr 1955 um 17. v. H. höher als in der Vergleichszeit des Vorjahres. Die Industrie der Grundstoffe und Investitionsgüter hat ihre Leistung in dieser Zeit um 22 v. H. erhöht, während die Konsumgüterindustrie nur eine Produktionssteigerung um 11. v. H. erreichte. Die Zahl der Beschäftigten ist im gleichen Zeitraum um 7 v. H., die Produktivität jedoch um 9 v. H. gestiegen.