Die sechs Gemein wirtschafts banken Im Bundesgebiet können jetzt auf eine fünfjährige Geschäftstätigkeit zurückblicken, die siebente in Westberlin auf eine zweijährige Tätigkeit. Aus diesem Anlaß sind in einer kleinen Broschüre Aufbau und Entwicklung dieser Kreditinstitute zu allgemeinen Geschäftsbanken dargestellt worden. Während die Tätigkeit der früheren deutschen Gewerkschaftsbanken mehr oder weniger auf den Aufgabenbereich einer Hausbank beschränkt blieb, haben es nach dem zweiten Weltkrieg die Gründerorganisationen – Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften – für erforderlich gehalten, die Gemeinwirtschaftsbanken von vornherein auf eine breitere Basis zu stellen und das Aktiv- und Passiv-Geschäft auf einen weit verzweigten Kundenkreis auszudehnen, wie es bei anderen Banken seit jeher üblich ist. Es Ist also eine Geschäftspolitik der offenen Tür.

Bei den sieben Instituten – sie firmieren: Bank für Wirtschaft und Arbeit AG in München, Bank für Gemeinwirtschaft AG in Hamburg, Bank für Gemeinwirtschaft Nordrhein-Westfalen AG in Düsseldorf, Bank für Gemeinwirtschaft Frankfurt/Main AG in Frankfurt/Main, Niedersächsische Bank für Wirtschaft und Arbeit AG in Hannover, Bank für Arbeit und Wirtschaft AG in Stuttgart und als siebente Bank für Wirtschaft und Arbeit zu Berlin AG in Westberlin – ist die Bilanzsumme von 133,1 Mill. DM Ende 1950, dem ersten Jahr nach der Gründung, auf 1098 Mill. DM in 1954 gestiegen. Die Ausweitung des Geschäftsvolumens war nicht das Ergebnis einer forcierten Kreditgewährung, sondern beruhte in erster Linie auf dem anhaltenden Zufluß neuer Einlagen, denen die Ausleihungen nur in gewissem zeitlichem Abstand folgten. Von 116,8 Mill. DM Ende 1950 sind die Einlagen auf 855,3 Mill. DM Ende 1954 gestiegen. Die Termineinlagen machten Ende 1954 rd. zwei Drittel aus, die Sichteinlagen etwas weniger als ein Drittel.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Einlagenstruktur der Gemeinwirtschaftsbanken von derjenigen anderer vergleichbarer Institute. Im Vergleich zu den gesamten Einlagen fallen die Spareinlagen mit 47,7 Mill. DM Ende 1954 nicht sehr ins Gewicht; immerhin haben sie sich 1954 mehr als verdreifacht und zeigen auch weiterhin steigende Tendenz. Von den gesamten Einlagen der sieben Banken entfallen Ende 1954 etwa 72 v. H. auf Einlagen seitens der Industrie, Gewerbe, Handel und sonstige private und öffentliche Einleger, während die Einlagen der Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften 28 v. H. betrugen. V.