2eit zwei Jahrzehnten sind die sorgfältigen Ar- J beiten des Toxikologen Professor Lewin auf em Büchermarkte nur noch selten anzutreffen. 7er sich inzwischen über die trügerischen Paradiese nd die sehr realen Höllen der Gifte als Laie orieneren wollte, hatte es nicht leicht, einen Mentor i deutscher Sprache zu finden. Zum Glück für alle wißbegierigen lebt aber ein recht kenntnisreicher nd schreibgewandter Mann unter uns Zeitgenos:n, der sich seit fünfundzwanzig Jahren theoretisch nd praktisch mit allen möglichen pflanzlichen und erischen Giften teils angefreundet, teils herumeschlagen hat und nun das Resultat seiner Beühungen und Erfahrungen in einem vorzüglich usgestatteten Buch ausbreitet: Gustav Schenk "Das Buch der Gifte", 310 S , mit 119 Photos, Abbildungen und farbigen Wiedergaben (Safari Verlag, Berlin, 1954). 16 80DM. Der Autor ist von einem trockenen Gelehrten hr weit entfernt. Er schildert anschaulich und bendig Wesen und Wirkung, Krankheitsbild und leilkraft der verschiedensten Gifte, mit denen wir derzeit in Berührung kommen können. Denn die hwersten, tödlichen Gifte sind durchaus nicht if die Tropen beschränkt, sondern wachsen und lühen in unserer nächsten Nähe mit den lieblichsten arben und sanftesten Unschuldsaugen. Es gehört i den seltsamsten Wundern der Natur, daß alle der fast alle pflanzlichen Gifte in ihren Wirkungen inen Januskopf offenlassen: sie können töten und in tausendfacher Verdünnung — zugleich Krankheiten heilen. Und es sind gerade die absolut ibensgefährlichen Gifte, ohne die unsere moderne ledizin gar nicht denkbar wäre und denen sie in azähligen Fällen Rettung des Patienten oder enigstens Linderung seiner Schmerzen verdankt. Daß auch die tierischen Gifte ausführlich zur om Plyoth über Opium und Haschisch bis zu den omestizierten Alltagsgiften des Alkohols und des offeins behandelt werden, versteht sich bei einem Lompendium dieser Art von selbst. Den Schluß ilden mehrere höchst eindrucksvolle Kapitel über ie wahrhaft teuflischen Gifte unserer herrlichen tädinischen Zivilisation. Und was wir von den Kampfmitteln der Zukunft zu erwarten hätten, alls einer den traurigen Mut besäße, seinen kostlaren Besitz an Giftstoffen auf die Menschheit zu Terteilen, davon weiß Gustav Schenk ein paar nig tröstliche Einzelheiten aus Satans Küche zu richten — Ein ausgezeichnetes Fachbuch, flüssig eschrieben, aber zuverlässig, spannend zu lesen nd doch seriöses Wissen vermittelnd.

E. A. Greeven