In Europa erscheinen gegenwärtig einige tausend Werkzeitschriften mit einer Jahresauflage von 80 Mill. Exemplaren – also mehr, als es Industriearbeiter gibt. Die rund 500 westdeutschen Werkzeitschriften haben davon einen Auflagenanteil von mehr als die Hälfte. Diese bemerkenswerte Angabe wurde auf dem Dritten Europäischen Kongreß der Werkschriftleiter in Kopenhagen gemacht. Zugleich war während des Kongresses eine Ausstellung europäischer und amerikanischer Werkzeitschriften durchgeführt worden. Der kritische Auslandsbeobachter konnte feststellen, daß die Mehrzahl der deutschen Werkzeitschriften der Qualität nach unbestritten in der ersten Reihe der europäischen „Sozialliteratur“ dieser Art steht.

Daneben fand die Publizitätsfreudigkeit der holländischen Industrieunternehmen und anderer Wirtschaftskreise besondere Aufmerksamkeit. In Holland gibt es nämlich nur 125 Betriebe mit mehr als je 1000 Beschäftigten. Dennoch werden mehr als 450 holländische Werkzeitschriften herausgegeben – also der Anzahl nach fast ebensoviel wie in der Bundesrepublik. Viele kleine und mittlere Betriebe pflegen offensichtlich den Kontakt von oben nach unten weit mehr als in Deutschland. Dieser Kontakt ist aber zugleich ein Vermitteln von unten nach oben, wenn die Werkzeitschrift richtig gemacht wird und von den Unternehmensleitungen und höheren Angestellten auch tatsächlich mitgelesen wird. W.-O.R.