Die ersten Generale und Freiwilligen: Der Personalgutachterausschuß erteilte seine Zustimmung zur ersten Gruppe von 26 Generalen und 275 Obersten. Die Namen der elf höheren Offizere wurden noch geheimgehalten, aber es wird nicht bezweifelt, daß General Heusinger, der Chef der militärischen Abteilung im Verteidigungsministerium, zu ihnen zählt. Bundesverteidigungsminister Blank forderte die ersten Freiwilligen auf, sich für den Eintritt in die neuen Streitkräfte kurzfristig bereitzuhalten. Das Soldatengesetz wurde nach kurzer Debatte im Bundestag an die Ausschüsse überwiesen. Durch dieses Gesetz werden, wie Blank hervorhob, die Rechte und Pflichten der Soldaten in Deutschland zum erstenmal der Entscheidung des Parlaments unterworfen. Für die Wiedereinführung des Fahneneides setzte sich nur die DP ein. Der Gesetzentwurf über die Organisation der Verteidigung soll spätestens im November vom Kabinett verabschiedet werden. Die ersten praktischen Schritte zur Verwirklichung der beschränken Wiederaufrüstung, die der Bundesrepublik erstvor kurzem in den Pariser Verträgen zugestanden wurden, sind damit getan.

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Die Rückkehr der Kriegsgefangenen: 4300 deutsche Gefangene waren bis Dienstagabend in die Heimat zurückgekehrt. Unter den Freigelassenen befanden sich auch Frauen, Kinder und Zivilinternierte. Diese gehören nach einer Erklärung von Staatssekretär Nahm nicht zu den 9626 Krieggefangenen, die Bulganin zusagte, sondern stellen einen Vorgriff auf die Zivilverschleppten dar, über die dem Kreml von deutscher Seite noch nähere Unterlagen vorgelegt werden sollen.

BHE in der Opposition: Der Bundesparteitag des Gesamtdeutschen Blocks/BHE beschloß, aus der Koalition auszuscheiden und "konstruktive Opposition" zu treiben, vor allem weil der Bundeskanzler die Minister Kraft und Oberländer totz ihres Ausscheidens aus der Partei gehalten hoffe. Damit hat die Bundesregierung die Zweidrittelmehrheit verloren. Zum neuen Parteivorsitzenden wurde der niedersächsische Landwirtschaftsminister Friedrich von Kessel gewählt.

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Kein eigener Saarbischof: Der Vatikan hat, wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, Frankreichs Wunsch, das Saargebiet von den Diözesen Trier und Speyer abzutrennen und einem eigenen Bischof oder Administrator zu unterstellen, abgeschlagen, da die Saar noch immer ein Teil Deutschlands sei. Dies ist der fünfzehnte Vorstoß, den Paris und Saarbrücken beim Heiligen Stuhl in dieser Frage unternahmen.

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