Dd, Koblenz

Andernach, die 17 000 Einwohner zählende Amtsstadt – zwanzig Kilometer rheinabwärts vom Deutschen Eck, rüstet sich auf den Einzug der ersten deutschen Soldaten. Aus dem Bundesverteidigungsministerium kam sichere Kunde, daß die ersten Lehrtruppen für das Heer bereits im Januar in Andernach stationiert werden sollen, während die Luftwaffenlehrtruppen gleichzeitig in Fürstenfeldbruck, die Marinelehreinheiten in Wilhelmshaven untergebracht werden. In Andernach sollen die Ausbilder der Kadertruppen mit den neuen Waffen der Infanterie, der Artillerie, der Pioniere, der Panzerjäger, Panzeraufklärung und Flak vertraut gemacht werden.

Die Wahl des Ministeriums fiel auf Andernach, weil hier, 40 Autominuten von der Bundeshauptstadt, an der Sankt-Thomaser-Hohl, 36 Baracken modernster Bauart stehen. Sie gehören zu der kurz vor dem Kriege recht großzügig eingerichteten Luftwaffen-Lazarettstadt. Fast alle Baracken sind zentralbeheizt, jedes Zimmer hat fließendes warmes und kaltes Wasser; Kantinen und ein Kinosaal sind vorhanden, in der Großküche stehen Kessel, aus denen ein Bataillon ohne weiteres verpflegt werden kann. Seit 1945 wehte zuerst die amerikanische, dann die französische Flagge über dem Komplex. Noch ist die Bundesflagge nicht gehißt.

Maschinenmeister Heinrich Roth ist wohl der einzige Bewohner des Lagers, der bisher jeden Flaggenwechsel überdauert hat. Wenn ihm die Sorge für Heizung, Wasser- und Stromversorgung weiter überlassen bleibt, wird er der erste Angestellte der neuen deutschen Heeresunterkunfts-Terwaltung (früher "HUV" genannt) sein.

Die Andernacher verfolgen die Vorbereitungen zum Einzug der "Königin der Waffen" in ihre Stadt mit lebhaftem Interesse. Sie waren in den knapp 2000 Jahren seit der Gründung des römischen Antennacum, dessen Name den keltischen Ursprung des Städtchens verrät, mehr auf Besitzung als auf Garnison eingestellt.

Dd., Trier

Ein Mineralbrunnen-Vertrieb in dem Eifelflecken Gerolstein (Kreis Daun) hat unter dem Namen Contra ein Gebräu aus acht Pflanzensäften hergestellt, dem man Wunderwirkungen zuschreibt. Innerhalb von dreißig Minuten soll nach dem Genuß dieses Getränks ein Blutalkoholspiegel von 1,5 bis 2,0 Promille um siebzig Prozent, nach, einer weiteren Hälfte sogar um 90 Prozent abgebaut sein. Bisher hatten die Fachmediziner erklärt, daß es echte Ernüchterungsmittel mit gebe. Selbst starker Kaffee und gewisse taplettenförmige Anti-Alkoholica seien trügerische Drogen, mit denen nur einige Symptome des Drogen, verdeckt würden. Zu dem neuen Contra liegt bisher noch keine abschließende fachmedizinische Würdigung vor. Dagegen war kürzlich ein rheinischer Kegelklub in Gerolstein, der nach froher Zecherei den Wundertrank erprobte und tatsächlich nach einer halben Stunde wieder so ernst und still wirkte, daß aufs neue getrunken werden mußte, um die Stimmung einigermaßen zu heben...