o. c., Bremen

Mauer man ein bißchen, Irmchen!" Diesen nur den Skatspielern verständlichen Rat gaben die Damen des Bremer Skatklubs mit dem sinnigen Namen "Herzbube" der 28jährigen Stenotypistin Irmgard Schmieding. Mit etwa 55 anderen Damen saß man beisammen in Aachen, um die deutsche Skatmeisterin 1955 ausfindig zu machen. Aber Irmchen mauerte nicht, obwohl sie schon nach der ersten Serie an der Spitze lag. Mit Herzklopfen – schließlich hatte sie die Altmeisterin des Vorjahres als Partnerin – spielte sie einen Grand, Schneider angesagt, und – gewann. Zum Schluß folgte noch eine Pik-Hand mit Einem – im Skat lag der Kreuzbube –, drei "Jungens" hatte sie, das waren mit Vieren, Spiel fünf, Hand sechs, Schneider sieben, abermals 77 "Gute". Jetzt konnten von den anderen Damen die in 96 Spielen erreichten 2263 Punkte nicht mehr aufgeholt werden. Titel, Schärpe, Silberschale, Bonbonniere, Urkunde und Blumenstrauß reisten mit Irmchen nach Bremen. Noch vor einem Jahr hatte die "reizende" Skatkönigin – das Wort gilt auch ohne Anführungsstriche – keine Ahnung von den Regeln dieses Männerspiels. Tischtennis war damals das inzwischen längst vergessene Hobby.