w. d., Naugard

Die Industrie der hinterpommerschen Kreisstadt Naugard hat zum drittenmal innerhalb weniger Jahre Unterstützung aus der Sowjetzone erhalten. Auf Grund des zwischen Pankow und Warschau geschlossenen Abkommens über die Technische Hilfe lieferten mitteldeutsche Fabriken, die Einrichtung für die neuerbaute Naugarder Molkerei. Ersatzteile wurden für die Stärkefabrik, die Möbelbau-Genossenschaft und das Sägewerk geliefert. Vor allem die Stärkefabrik soll mit sowjetzonaler Hilfe wieder auf den alten Stand gebracht werden. Nach den jetzt vorliegenden Berichten erzeugte dieses für den pommerschen Raum wichtige Werk im Jahre 1954 monatlich nur 20 000 Doppelzentner Stärkeerzeugnisse. Die Kapazität der Fabrik liegt jedoch bei rund 100 000 Doppelzentnern je Monat. Die letzten bekannten Produktionszahlen aus deutscher Zeit verzeichnen in vier Wochen eine Erzeugung von 90 000 Doppelzentnern. Von den polnischen Behörden wurde für den Betrieb ein Dreijahresplan aufgestellt, in dem die gegenwärtige Produktion verdoppelt werden soll. Von den 380 noch in Naugard lebenden Deutschen (bei Kriegsbeginn waren es noch 8000) sind zwei Dutzend in der Stärkefabrik beschäftigt.