A nläßlich des 6. Jahrestages der Proklamierung der rotchinesischen Republik sind in Peking einige parteiamtliche Erklärungen der KP über Stand und Planung der Wirtschaft abgegeben worden, die in einem "Prawda"-Artikel des chinesischen Botschafters in Moskau bestätigt und noch ergänzt wurden. Danach sind – im Rahmen des vor einigen Monaten angelaufenen ersten Fünfjahresplanes – 40,9 v. H. der staatlichen Einkünfte des laufenden Jahres für die industrielle Entwicklung bestimmt, davon 88,8 v. H. für die Erzeugung von Produktionsmitteln. Im Zeitraum dieser fünf Jahre müssen 694 große industrielle Unternehmen nicht nur gebaut, sondern auch in Betrieb genommen werden, wobei ausdrücklich vermerkt wird, daß 156 von ihnen mit Hilfe der Sowjetunion errichtet werden sollen...

Produktionszahlen für das laufende und kommende Jahr wurden nicht genannt, wohl aber solche für 1957, nämlich: 4,12 Mill. t Stahl aller Arten, 15,9 Mrd. kWh Elektroenergie und 113 Mill. t Kohlen. Mit besonderer Intensität müssen die metallurgische, chemische und energetische Industrie, die Maschinenbauindustrie und auch die Treibstofferzeugung ausgebaut werden. An diesen Zahlen gemessen sieht die Planung hinsichtlich der landwirtschaftlichen Erzeugung auffallend schwach aus: Im Zeitraum der kommenden fünf Jahre soll sie – "wertmäßig gesehen und einschließlich der Nebenproduktion" – lediglich um 23,3 v. H. ansteigen, wobei bemerkt wird, daß das Zusammenfügen kleiner landwirtschaftlicher Betriebe zu Kooperativen – sprich: Kolchosen – die "Entwicklungsbasis darzustellen hat". Zu Beginn des laufenden Jahres habe es bereits schon 650 000 solcher Kooperative als Resultat des Zusammenschlusses von 15 Mill. kleinster Betriebe gegeben, die 14 v. H. des gesamten bäuerlichen Kleinbesitzes ausgemacht hätten. Schließlich wurde noch erläuternd festgestellt, daß in Zukunft "der größere Teil der privaten industriellen und Handelsunternehmen auf die Gleise des Staatskapitalismus gesetzt werden wird". F. D.