o. f., Essen

Um die Frage, ob ein jahrelanges Zusammenleben einer Ehe im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches gleichzuachten sei, ging es, als in diesen Tagen der 54jährige Handwerker Johann Glinkowsky wegen Vernachlässigung der Unterhaltspflicht gegenüber seiner Frau vor einem Essener Gericht stand.

Vor 30 Jahren hatte Glinkowsky in Österreich seine spätere Frau Maria kennengelernt und sich mit ihr am 10. März 1925 nur von einem Priester trauen lassen. Eine standesamtliche Eheschließung wurde nicht vorgenommen; ebenfalls lag das damals von den österreichischen Behörden verlangte Ehetauglichkeitszeugnis nicht vor. Bis 1941 der Krieg das Ehepaar Glinkowsky trennte – und schließlich entfremdete, führte es nach Zeugenaussagen eine harmonische, "normale" Ehe; ein 1931 geborener Sohn bekam den Namen Johannes.

1947 ließ sich Maria Glinkowsky wegen Entfremdung der Ehepartner scheiden. Als Alleinschuldiger wurde Johann in dem Urteil unterhaltspflichtig gemacht. Dennoch kümmerte er sich nach der Scheidung nicht mehr um seine Frau, die ab 1952 Wohlfahrtsunterstützung bezog. Weil Glinkowsky, obwohl er inzwischen wieder genug verdiente, um seinen Pflichten nachkommen zu können, diesen Pflichten nicht nachkam, wurde er jetzt von dem Essener Gericht wegen Unterhaltsentziehung zu zwei Monaten Gefängnis bei dreijähriger Bewährungsfrist verurteilt.

Bei der Urteilsfindung hatte das Gericht die Frage außer acht gelassen, ob die Ehe rechtskräftig sei oder nicht. Glinkowsky bestritt das, um nicht für seine Frau zahlen zu müssen. Er nahm deshalb das Urteil auch nicht an, sondern will erst den Beweis erbringen, daß er nicht zahlungspflichtig ist, weil seine Ehe nicht rechtskräftig geschlossen wurde. Das Gericht jedoch war der Ansicht, Johann Glinkowsky habe selbst durch ein 16jähriges Zusammenleben mit seiner Frau und der Annahme der Scheidung anerkannt, daß seine Ehe rechtskräftig sei.

f.w.,Dortmund

Im Jahre 1859 baute der Bergmann Ernst Reinkenobbes ein Haus am Hellweg in Dortmund. 1876 begann der zum Hause gehörige Brunnen infolge Grundwassersenkung, durch den Zechenbetrieb herbeigeführt, zu versiegen. Reinkenobbes schloß mit der für den Bergschaden verantwortlichen Gesellschaft Dannenbaum einen Vertrag, worin sich diese verpflichtete: Durch Anschluß an die städtische Wasserleitung ist dem Geschädigten Wasser in das Wohnhaus zu leiten Das Hauptrohr wird für immer von der Zeche erhalten ... Das Wasser wird von ihr gezahlt... Er darf so viel Wasser entnehmen, als zu seinem Haushalt und dem Unterhalte seines aus einer Kuh, einer Ziege und zwei bis drei Schweinen bestehenden Viehbestandes und zur Reparatur an seinem Wohnhause und Stallgebäude erforderlich ist.