Das älteste Kreiselkompaßwerk der Welt, dessen Gründer, Dr. Hermann Anschütz-Kaempfe, den Kreiselkompaß erfand und damit letzten Endes die moderne Entwicklung im Seeschiffbau und in der Schiffahrt ermöglichte, feiert am 28. Oktober sein 50jähriges Bestehen. 1905 wurde das Unternehmen in Kiel gegründet, und im Frühjahr 1908 erwies sich die erste Konstuktion, ein Einkreiselkompaß, bereits als bordbrauchbar. 13 Jahre blieb dieser Kompaß führend, bis er 1925 durch den bisher unübertroffenen Kugelkompaß abgelöst wurde, der bei allen Schiffahrtsnationen schnell eine große Bedeutung erlangte. Längst hat die Anschütz & Co.GmbH die schweren Kriegsschäden überwunden und konnte mit ihren 250 Mitarbeitern wieder den Vorkriegsstand und ihre Weltgeltung erreichen.

Unter der Leitung von Dr. Fritz Gössler entstand in Kiel-Wyk, in unmittelbarer Nähe des Nord-Ostsee-Kanals, ein modernes Werk. Es wurde im Sommer 1953 bezogen, mußte aber bereits 1954 erheblich ausgebaut werden. Jetzt ist ein weiterer Ausbau vorgesehen. Auf breiter Grundlage wurden konstruktive Verbesserungen und Neuentwicklungen in Angriff genommen. Gemeinsam mit den Firmen AEG, Atlas und Siemens entstanden kombinierte Hand- und Selbststeuerstände. Im Frühjahr nächsten Jahres beginnt die serienmäßige Lieferung eines Steuerkompasses, der speziell für kleinere Schiffe konstruiert wurde. Die Neubauten der deutschen Handelsflotte fahren bis auf geringe Ausnahmen Anschütz-Anlagen. Auch im Ausland konnten nach der Kriegspause wieder bedeutende Erfolge erreicht werden: der Export beträgt rund 40 v. H. des Absatzes und geht vor allem nach den Niederlanden, den skandinavischen Ländern einschließlich Finnland, nach Spanien, Indien und Liberia. ww.