Die industrielle Produktion in der Bundesrepublik hat nach dem Ausklingen der sommerlichen Abschwächungstendenzen im September wieder spürbar zugenommen: Der arbeitstägliche Produktionsindex stieg von 199 im August (1936 = 100) im September um 8 v. H. auf 215. Der Produktionsstand vom September 1954 wurde in diesem Jahr sogar um 14 v. H. überschritten. Eine ähnlich günstige Entwicklung kann auch aus Westberlin berichtet werden.

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Westdeutschlands Arbeitslosenzahl wird immer geringer. Der Prozentsatz der arbeitslosen Arbeitnehmer ist im Bundesgebiet von 4,7 v. H. im Vorjahr auf 2,7 v. H. in diesem Jahr gesunken. 1950 betrug die Arbeitslosenquote immerhin noch 8,2 v. H.; d. h. daß von 1000 Arbeitnehmern damals 82 arbeitslos waren. Heute stehen den 495 000 Arbeitslosen bereits 239 566 unbesetzte Arbeitsplätze gegenüber. Allein bei der Bauwirtschaft sind über 48 000 Arbeitsplätze frei, dann folgen die hauswirtschaftlichen Berufe mit rund 28 000 und u. a. die Metallindustrie mit über 24 000 Arbeitsplätzen.

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Der Weltspartag, der in Deutschland und vielen anderen Ländern am 28. Oktober begangen wird, steht in der Bundesrepublik unter dem Motto "Sparsam sein". In den rückliegenden Jahren hat sich der Sparsinn der Deutschen wider Erwarten sehr erfreulich entwickelt, und es steht außer Frage, daß der diesjährige Weltspartag der Sparidee einen neuen Aufschwung bringen wird. Seit 1949 haben sich die Spareinlagen bei den Sparkassen je Kopf der Bevölkerung etwa verfünffacht: Von rund 45 DM stiegen sie auf 249 DM. Allerdings stellen an den 19,74 Mill. in der Bundesrepublik bestehenden Sparkonten die Sparguthaben bis zu 100 DM noch den Hauptanteil. Auf sie allein entfallen annähernd 12 Millionen Konten.