Dd, Frankfurt

Wieviel Tiere man haben muß, um Besitzer einer Menagerie zu sein, ist eine so ungeklärte Frage, daß es der Herausgeber der Frankfurter Wochenzeitung Laterne nicht auf einen Prozeß ankommen ließ, als ein Leser den beredten Klagen des Frankfurter Blattes über eine "Wellensittich- und Hundemenagerie" in der Gutzkowstraße, seine Gegendarstellung "gemäß Paragraph 10 des hessischen Pressegesetzes" entgegenschleuderte:

"Ich unterhalte in meinem Hause Gutzkowstraße 42 weder eine Wellensittich- noch eine Hundemenagerie, sondern lediglich drei Hunde. Zur fraglichen Zeit befanden sich 26 Wellensittiche in meiner Wohnung, und zwar in fünf Käfigen. Da diese Käfige täglich gereinigt werden, konnte weder in der Wohnung noch im Hause von einem penetranten Geruch die Rede sein ... Küken wurden lediglich vorübergehend in der Wohnung aufbewahrt ... Auch ist es unrichtig, daß ein ‚Zwitschern wie aus hundert Kehlen‘ trotz der geschlossenen Wohnungstüre zu vernehmen gewesen‘ sei."

Da erheben sich nun zwei, gleichfalls noch ungeklärte Fragen: können 26 Wellensittiche mit je einer Kehle, wenn ihnen ihre Unterkünfte nicht gefallen, nicht durch vermehrtes Zwitschern die normale Lautstärke von etwa hundert Vogelkehlen erreichen? Und wieviel Tiersorten müssen in einem Wohnhaus zusammen gehalten werden, um einen Geruch zu erzeugen, der unanfechtbar als "penetrant" bezeichnet werden kann.