wo. da., Allenstein

In den polnischen Verwaltungsbezirken des südlichen Ostpreußens ist eine neue Durchführungsbestimmung für die Arbeitskräftelenkung bei den Blinden erlassen worden. Von den 15 000 Kriegs- und Zivilblinden in Polen leben 1200 in dem früheren Regierungsbezirk Allenstein (in der Bundesrepublik gibt es 18 000 Blinde). Diese 1200 sollen nun, soweit sie dem Alter nach noch dazu geeignet sind, indirekt zur Landesverteidigung herangezogen werden. Eine Gruppe hat die Aufgabe, in der Weidenindustrie längliche Korbwaren herzustellen, die zum Transport von Granaten geeignet sind. Die andere Gruppe – besonders Männer – wird zu Masseuren ausgebildet, die in den Sportabteilungen der Armee Verwendung finden sollen. Vom Provinzialarbeitsamt in Allenstein wurden zwei Institutionen mit der Abwicklung der Aktion betraut: der Zwiazek Zrzeszen Wikliniarsko-Koszykarskich (Verband der Korbweiden- und Flechtevereinigungen) sowie die Armeesektion für Sportu Wyczynowego (Leistungssport). Unter den Blinden in Süd-Ostpreußen befinden sich noch mehr als hundert Deutsche. Sie unterliegen den gleichen Bestimmungen.