Eine aoHV der Mannesmann AG, Düsseldorf, genehmigte die bedingte Kapitalerhöhung um 80 Mill. auf 400 Mill. DM. Die Schaffung genehmigten Kapitals war notwendig geworden, weil der Konzern zwei Wandelschuldverschreibungen über 40 Mill. DM bzw. 40 Mill. Schweizer Franken herausgibt, die zur Finanzierung Zinsatz für die Objekte in Brasilien und in der Türkei, der Auslandsinvestitionen von Mannesmann eingesetzt werden. Für die Projekte in Brasilien und in der Türkei, ferner in Kanada, sind bisher schon 25 Mill. DM verausgabt worden. Weitere 55 Mill. DM werden notwendig; erklärte Generaldirektor Zangen. Dabei sollen das Geld aus der deutschen Anleihe mit 5 1/2 bis 5 1/2 v. H. Zinssatz für die Objekte in Brasilien und in der Türkei, die Schweizer Anleihe mit 4 1/2 v. H. Zinssatz für Kanada eingesetzt werden.

Gegen die Kapitalerhöhung und die Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen stimmten in der aoHV 2934 bzw. 2652 bzw. 2716 Stimmen bei 2,29 Millionen Stimmen vertretenen Kapitals. Die opponierenden Aktionäre brachten ihre Sorge zum Ausdruck, daß der Börsenkurs der Mannesmann-Aktie, der in der letzten Zeit von 198 auf 185 abgesunken war, auf längere Zeit unter 200 verharren werde, was angesichts der Emissionsbedingungen für die Schuldverschreibungen, die nur nach Zahlung eines Aufgeldes von zunächst 100 v. H. in Aktien umgewandelt werden können, recht ungünstig wäre. Generaldir. Zangen erklärte, man solle sich nicht von jeweiligen Kursschwankungen beirren lassen. Der innere Wert der Aktie läge über 200 v. H., der Geschäftsverlauf sei weiter sehr günstig und das Unternehmen werde für das laufende Geschäftsjahr seine Dividende von 7 1/2 auf 8 v. H. erhöhen. Weiterhin war zu hören, daß die Schweizer Anleihe noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Man wolle einen besonders günstigen Zeitpunkt für die Emission abwarten. -lt.

*

Weitere Absatzsteigerung bei Nordwestdeutsche Kraftwerke AG. Gelegentlich der Zulassung von nom. 13,5 Mill. DM Vorzugsaktien ohne Stimmrecht der Nordwestdeutsche Kraftwerke AG, Hamburg, zum Börsenhandel teilt die Gesellschaft mit, daß die Stromabgabe im Geschäftsjahr 1953/54 (30. September) gegenüber dem Vorjahr um rund 8,5 v. H. auf 1,283 Mrd kWh gestiegen ist. In den ersten sieben Monaten des nachfolgenden Geschäftsjahres (vom 1. Oktober 1954 bis 31. Mai 1955) lag die Stromabgabe mit rund 966 Mill. kWh nochmals um etwa 10,5 v. H. über der gleichen Zeit des vorangegangenen Geschäftsjahres. Die Aussichten für die weitere Gechäftsentwicklung werden günstig beurteilt.

Der westdeutsche Konsument ist heute bereit, für Zigarren einen höheren Betrag auszugeben als bisher: Der Durchschnittspreis ist gegenüber 1953 etwas gestiegen, und zwar von 18,53 Pf in 1953 auf 18,85 Pf im vergangenen Jahr. Bemerkenswert ist dabei, daß der Durchschnittspreis der verkauften Zigarren jedes Jahr während der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit erheblich ansteigt. So betrug er im letzten Jahr im Dezember 20,86 Pf. Das ist darauf zurückzuführen, daß Zigarren vielfach als Weihnachtsgeschenke verwendet und dann nur die besseren Preislagen gewählt werden.

In den Jahren vor 1950 lag der Durchschnittspreis allerdings bei 19,6 Pf, weil damals der Steuersatz sehr viel höher war. Er belief sich auf 46 v. H., während er zur Zeit 23 v. H. des Kleinverkaufspreises beträgt. Bei der Zigarette ist übrigens eine ähnliche Tendenz zu beobachten.

Wie der Bundesverband der Zigarrenhersteller, Heidelberg, mitteilt, hat die westdeutsche Produktion von Zigarren, Zigarillos und Stumpen im August mit 376 Mill. Stück einen neuen Höchststand erreicht. Der Zigarrenausstoß übertrat damit recht erheblich die im August des Vorjahres produzierte Menge, die sich damals auf nur 360 Mill. Stück belaufen hatte. Im Juni 1955 waren 359 Mill. und im Juli 372 Mill. Stück Zigarren, Zigarillos und Stumpen hergestellt worden. W.