Die deutsche Automobil-Industrie wird in diesem Jahr eine Rekordproduktion von etwa 820 000 Personen- und Lastwagen für ihre Märkte des In- und Auslandes erreichen, wie Harlow H. Curtice, Präsident der General Motors Corporation, feststellte. Curtice, der sich auf einer Europareise befindet, um bei den europäischen General Motors-Werken den Stand der Erweiterungsbauten, für die insgesamt 200 Mill. $ investiert werden, kennenzulernen, rechnet für 1955 mit einer gegenüber 1954 um 20 v. H. gesteigerten deutschen Automobilproduktion.

Die Adam Opel A.G., Rüsselsheim, wird 1955 eine Rekordproduktion von etwa 187 000 Personen-, Liefer- und Lastwagen erreichen. Der General Motors-Präsident betonte, daß die Nachfrage nach den Opel-Modellen Olympia und Kapitän die derzeitige Produktionsmöglichkeit des Werkes weit übersteige.

Curtice war sehr erfreut von dem Fortgang des 300-Mill.-DM-Ausbauprogamms für Opel. Dieses Opel-Programm ist schon zu mehr als der Hälfte fertiggestellt; der endgültige Abschluß wird im Spätsommer nächsten Jahres erwartet. Die Werkserweiterung versetzt Opel in die Lage, die Produktionskapazität auf jährlich 250 000 Personen-, Liefer- und Lastwagen zu erhöhen. Seit 1948 wurden etwa 420 Mill. DM für Wiederaufbau- und Erweiterungsprojekte des Rüsselsheimer Werkes angelegt. Außerdem wurde ein neuer Höchststand mit über 25 000 Beschäftigten erreicht. W.

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Berliner Industriebank: Investitionsfinanzierung weiter im Vordergrund. Die Berliner Industriebank AG, Berlin, die die Aufgabe hat, die aus der Marshallplan-Hilfe stammenden Gegenwertmittel, soweit sie für Berlin bestimmt sind, der Berliner Wirtschaft zur Verfügung zu stellen, legte jetzt den Bericht für 1954 vor. Er ist mit einem Überblick über ihre Tätigkeit seit 1950 verbunden. Danach haben sich die aus ERP-Mitteln und sonstigen Programmen zur Verfügung gestellten Gelder Ende 1954 auf über 1,25 Mrd. DM erhöht. Im Vordergrund stand die Investitionsfinanzierung. An der von den Westberliner Kreditinstituten an Industrie, Baugewerbe und Handwerk insgesamt gegebenen derartigen Kredite war die Bank Ende 1954 mit 96,4 v. H. beteiligt. Der für 1954 ausgewiesene Betriebsüberschuß von 10,6 (i. V. 3,8) Mill. DM ist wieder der Wertberichtigung zugewiesen worden.

Von der Feinstrumpfwirkerei Richard Wieschebrink, Wedel/Holstein, wird besonderer Wert auf eine enge Kontaktpflege zwischen dem Werk und den Veikäuferinnen des Textilhandels gelegt, überall im Bundesgebiet und auch in Westberlin läßt das Unterneimen Ausspracheabende durchführen, in denen Frau v. Haken den Verkäuferinnen wertvolle psychologische Erkenntnisse vermittelt. Sie basieren auf den "goldenen Verkaufsregeln": Beherrschung der Warenkunde, positive Einstellung zum Leben, Persönlichkeitsbildung der Verkäuferin, Glaube an die Berufung zur Verkäuferin, Liebenswürdigkeit, Natürlichkeit und Einfachheit. – Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die sehr erfreuliche Entwicklung des Unternehmens, das 1950 mit zwölf Betriebsangehörigen die Produktion aufnahm, Ende 1951 bereits 277 Mitarbeiter hatte und heute über 885 Werksangehörige verfügt. Der Produktionsindex (1950 = 100) war 1953 auf 481 v. H. gestiegen und beläuft sich jetzt auf 1086 v. H. Von dem Unternehmen werden Danen-Perlon-Strümpfe und neuerdings auch Herrenstrümpfe hergestellt.

Kapitalerhöhung bei "Hypothekenbank in Hamburg" beantragt. Das Institut beruft zum 24. November eine HV ein, die über die Erhöhung des Grundkapitals um 2,4 Mill. DM auf 6 Mill. DM Beschluß fassen soll. Die neuen, ab 1. Juli 1955 dividendenberechtigten Aktien sollen von einem Konsortium übernommen werden, das sie den Aktionären im Verhältnis 3: 2 zum Kurse von 120 v H. zum Bezüge anbieten wird. Die Bank hat ihr Grundkapital im April 1954 bereits von 1,8 Mill. DM auf 3,6 Mill. DM verdoppelt.