Wolle: An den Wollversteigerungsplätzen war ehe festere Tendenz zu verzeichnen. Japan interessierte sich in Melbourne besonders für Comebacks und Kreuzzuchten. Obwohl der Londoner Wollterminmarkt im allgemeinen einen sehr ruhigen Verlauf nahm und mangelndes Kaufinteresse bei anhaltender Abgabeneigung Preisrückgänge auslöste, trat insbesondere zum Wochenschluß eine stetigere Tendenz ein, so daß leichte Preisgewinne zu verzeichnen waren. Die Streikbewegungen in den australischen Häfen und die leichte Erhöhung der Erlöse für Rohwolle waren die Ursache für diese Entwicklung. Am Bradforder Kammzugmarkt war die Geschäftstätigkeit in Merino- und feinen Kreuzzuchtkammzügen sehr ruhig. Die Preise hierfür lagen fest. Die Verarbeiter warten die Eröffnung der neuen Wollsaison in Neuseeland ab. – Im ersten Quartal der laufenden Saison hat sich der australische Wollscheck gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres infolge von Preisrückgängen um 10,74 Mill. A£ verringert und betrug 37,4 Mill. A£. Der Rückgang wäre noch größer gewesen, wenn die Verkäufe mit 535 948 Ballen nicht fast 7000 Ballen größer gewesen wären als im I. Quartal des Vorjahres. Der Durchschnittspreis von Schweißwolle betrug im ersten Quartal der laufenden Saison nur 55,33 d gegenüber 71,97 d im Zeitraum Juli bis September 1954.

Kautschuk: Nachdem am Anfang der Berichtswoche die Kautschuknotierungen bei lebhaftem Geschäft eine sehr feste Tendenz aufgewiesen hatten und Preissteigerungen gegenüber dem Vorwochenschluß eingetreten waren, ermäßigten sich die Notierungen erneut gegen Wochenende. Hierzu trugen Gerüchte bei, nach denen Indonesien die 5prozentige Exportabgabe auf Kautschuk abgeschafft haben soll.

Zucker: Der Loco-Preis des Weltkontrakts Nr. 4, der bereits Ende der Vorwoche auf 3,28 c/lb zurückgegangen war, ermäßigte sich nochmals um 0,01 c/lb, ohne daß sich hierdurch die Nachfrage belebte. Das Geschäft am New Yorker Terminmarkt verlief gleichfalls farblos. Italien erwartet in diesem Jahr eine Zuckerrübenernte, die um 7 bis 8 Mill. dz größer sein wird als im Vorjahr und die damit eine bisher noch nie erreichte Höhe hat. Die starke Zunahme ist auf eine Anbauflächenerhöhung von rund 20 000 Hektar zurückzuführen. Das französische Zuckeraufkommen in 1955 wird auf 1,4 Mill. t geschätzt, wozu noch rund 0,344 Mill. t aus Ländern der französischen Union hinzukommen. Der exportfähige Überschuß wird mit mehr als 500 000 t veranschlagt.

Kaffee: Während die Loconotierungen mehr oder weniger unverändert blieben, wiesen die Terminpreise in New York während des größten Teils der Berichtswoche eine Befestigung auf. Gegenwärtig macht sich eine Verknappung an gewaschenen Kaffees bemerkbar. – Die brasilianische Kaffeeausfuhr erreichte im September mit. 1,96 Mill. Sack eine Rekordhöhe, Die westdeutschen Käufe betrugen nach Mitteilung der deutsch/brasilianischen Handelskammer in den ersten sieben Monaten des Jahres nur rund 324 022 Sack, gegenüber 541 147 Sack im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Damit ist die Bundesrepublik von der zweiten Stelle auf die vierte Stelle der brasilianischen Kaffeeabnehmer gerückt. Auch die kolumbianischen Kaffee-Exporte des September 1955 erreichten einen Rekordstand. Die neue Ernte, die zum Jahresende angebracht wird, wird gegenwärtig auf über 2,5 Mill. Sack geschätzt.

Kakao: Am New Yorker Kakaomarkt neigten die Notierungen infolge des geringen Kaufinteresses der Verarbeiter zur Schwäche. Außerdem wurden Sicherungsabgaben wegen Anschaffungen von Bahia-Kakao und anderer Provenienzen vorgenommen.