x. y., Hoyerswerda

In 35 Monaten soll in Hoyerswerda die zweite "Stalinstadt" Mitteldeutschlands errichtet sein. Wie beim Eisenhüttenkombinat Ost in Fürstenberg an der Oder will die SED in der Oberlausitz eine neue "sozialistische Stadt" bauen. Es geht darum, die Braunkohlenvorhaben in der gesamten Lausitz auszubeuten. Bisher fehlte es an geeigneten Großbetrieben, um die Bodenschätze zwischen Senftenberg-Spremberg-Hoyerswerda in nutzbringender Weise abzubauen und zu verwerten. Man will daher ein großes Kokskombinat mit je drei Kokereien, Kraftwerken, Brikettfabriken und Aufbereitungsanlagen errichten. Die zur Bewältigung der ersten Arbeitsphase benötigten Arbeiter will man in einer neuen Stadt bei Hoyerswerda unterbringen, denen später ähnliche Großsiedlungen folgen sollen. Das neue Kombinat soll das Herz aller mitteldeutschen Braunkohlengruben werden, die in diesem Raum noch durch Tagebau erschlossen werden sollen. Die eigentliche Ausdehnung des Kombinatsgebietes steht noch nicht fest, da der Ausbeutung aller Vorhaben noch viele Schwierigkeiten entgegenstehen. So lagert die Braunkohle zum Teil unter Dörfern, Städten, Industrieanlagen und Verkehrsverbindungen.