Erziehung ist nicht nur eine Sache der Schulzeit und der Lehrer. Sie ist Aufgabe und Notwendigkeit während des ganzen Lebens. Formen und Ziele, Personen und Fakten ändern sich; aber im Grunde geht es immer wieder um unsere charakterliche, seelische, geistige oder körperliche Orientierung zu neuen anderen Lebenssituationen. Zu dieser Orientierung wollen die folgenden Werke helfend beitragen:

Fritz Wiedemann: Wie Kinder besser lernen. Eine interessante Anleitung für Eltern und Erzieher. (Heidenheimer Verlagsanstalt, 138 S., 4,80 DM.)

Die allermeisten Eltern sind unglücklich und ratlos, wenn sie feststellen müssen, daß ihr Kind in der Schule oder zu Hause Schwierigkeiten macht. Was steckt dahinter, wenn ein Kind faul, verträumt, unkonzentriert oder leicht ermüdbar ist? Was ist etwa Konzentrationsschwäche? Hierauf weiß der Verfasser – lebenserfahrener Arzt und Psychologe – immer einen umsichtigen, prägnanten Rat.

Ruth Andreas-Friedrich: Die Überwindung der Lebenskrisen. (W. Classen Verlag, Zürich, 4,90 DM.)

Jeder Mensch erlebt Ebbe- und Flutzeiten. Das Schicksal hält neben den Erfolgen immer Krisen/und Schwierigkeiten für uns bereit. Dieses prächtige Bändchen will unsere Widerstandskräfte mobilisieren und ins Bewußtsein bringen. Es ist für die Ebbezeiten unseres Lebens geschrieben, die uns täglich überraschen können. Methodisch werden darin die einzelnen Altersstufen mit ihren spezifischen Problemen unterschieden. Über alle Fakultäten, Berufe und Altersstufen hinweg kann diese Abhandlung dazu beitragen, daß sich Krisen nicht zu Katastrophen verdichten.

Franziska Baumgarten: Die Regulierungskräfte im Seelenleben. (Lehnen Verlag, München, 2,80 DM.)

Die Verfasserin ist durch zahlreiche Arbeiten über Berufs-, Charakter- und Arbeitspsychologie sowie durch eigene Untersuchungen zu Kinder- und Jugendfragen als erfahrene Kennerin ausgewiesen. Auch hier geht es wieder um das Verhalten des Menschen im Unglück. Nicht in medizinisch-biologischer Fachsprache, sondern in einer jedem Interessierten verständlichen Weise werden die Störungen und Schwankungen unseres inneren Gleichgewichts von ihren psycho-physischen Ursachen her besprochen. Die Regulationseigenschaft des Humors, das Vergessen, die Kompensation, der Traum als Trost, die Zeit als Heiler: das sind einige Themen, um die es hier geht. Auch im Unglück verfügen wir in uns über heilende Gegenkräfte.