Hier irrt das Königliche Institut

Die vom englischen Königlichen Institut für internationale Angelegenheiten herausgegebene politische Zeitschrift International Affairs schreibt im Oktoberheft zur deutschen Ostpolitik, die Wiedervereinigung könne nicht am Beginn einer west-östlichen Entspannung stehen, sondern könne erst nach der Regelung der Abrüstung und der Ächtung der Atombombe erfolgen. Zur Frage der Oder-Neiße-Linie meint das Blatt, "eine überwältigende Mehrheit" des deutschen Volkes würde nach einer Wiedervereinigung ein "defacto-Abkommen" billigen, das die Abtrennung der Ostgebiete anerkennt.

Anerkennung der Ostzonenregierung

Zum festlichen Empfang der Botschaft der ostzonalen Regierung anläßlich des sechsten Jahrestages, der "Gründung der DDR" erschienen in Moskau außer den Botschaftern der Staaten, die die Ostzonenregierung bereits anerkannt haben, die diplomatischen Vertreter von Indien (K. Menon), von Ägypten, Afghanistan, Jugoslawien, Finnland, Indonesien, dem Libanon und Burma.

Volkszählung leicht gemacht

Die Türkei glich am 22. Oktober einem ausgestorbenen Land, da wegen einer allgemeinen Volkszählung ab fünf Uhr morgens ein vollständiges Ausgehverbot angeordnet worden war. Der gesamte Eisenbahn-, Schiffs- und Luftverkehr, einschließlich des Bus- und Straßenverkehrs war eingestellt worden. Mit Ausnahme der amtlichen Zähler, Ärzte und weniger mit Sonderausweis versehener Personen war niemand auf den Straßen zu sehen. Seit der letzten Volkszählung im Jahre 1950, die eine Einwohnerzahl von 20,9 Millionen ergab, hat sich die Bevölkerungszahl schätzungsweise um zwei Millionen erhöht;

Verluste in Algerien