o. m., Hamburg

Die älteste Lehrervereinigung Deutschlands und wohl auch der ganzen Welt, die Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens in Hamburg, ist 150 Jahre alt geworden. Sie verbindet die Feier ihres denkwürdigen Geburtstages am 3. November mit einer Ehrung des international bekanntgewordenen Hamburger Pädagogen Johann Carl David Curio, der im Jahre 1805 gemeinsam mit fünf gleichgesinnten Lehrern eine Privatschule gründete, die "der Vervollkommnung der Schularbeit und der immer wachsenden Veredelung des Schullehrerstandes" dienen sollte. Curios Wunsch war, durch eine Modernisierung des Schulwesens "das Bildungsgeschäft zu erleichtern" und zugleich die zu seiner Zeit – und auch später – sehr ungünstige wirtschaftliche Lage der Schulmänner zu verbessern.

Mitglieder der ältesten deutschen Lehrer-Gesellschaft sind heute fast 8000 Lehrer, Jugendleiter, Dozenten und Sozialpädagogen. Seit 1948 ist die Gesellschaft ein Bestandteil des Deutschen Gewerkschaftsbundes und hat ihren Namen um den Zusatz Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erweitert. Zu ihren Hauptaufgaben gehört wie früher die Fürsorge um mittellose Hinterbliebene von Lehrkräften.

Nach dem ersten Weltkrieg trat die Gesellschaft mit großer Entschiedenheit für ein Reichsschulgesetz, für die Selbstverwaltung der Schule unter Beteiligung der Elternschaft und für die Glaubensfreiheit der Lehrer und Schüler ein. Eines ihrer wichtigsten Ziele war die Schaffung einer einheitlichen Grundschule. Das Jahr 1933 führte zur "Gleichschaltung" der Gesellschaft, die erst 1945 wieder in ihre alten Rechte eingesetzt wurde. Seither ist sie mehr denn je bemüht, in der Entwicklung der Schulpolitik erfolgreich mitzusprechen.