An den westdeutschen Börsen ist in diesen Tagen nur auf einem Gebiet eine Belebung zu verzeichnen: in der Nachfrage nach Goldmünzen. Die verstärkte Kauffreudigkeit führte dazu, daß Goldmünzen ihren bisher höchsten Preis erreicht haben. Die Ursache der verstärkten Goldmünzen-Nachfrage ist darin zu sehen, daß inländische Kreise einen Teil ihres durch Wertpapierverkäufe frei gewordenen Geldes in Goldmünzen anlegen und sich damit vor Verlusten sichern wollen, obwohl sie auf jegliche Verzinsung verzichten. Die Kursrückgänge der letzten Tage gehen vor allem auf Geldbeschaffungsverkäufe zurück; das Ausland traf erst in zweiter Linie als Abgeber auf.

*

Die Buttervorratspolitik der Bundesregierung wird von der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände heftig – und offensichtlich berechtigt – kritisiert. Der Bundesregierung wird vorgeworfen, daß sie deutsche Butter aufkaufen ließ, um den Preis zu stützen, anstatt – dem Zweck der Vorratsstelle entsprechend – ausländische Butter in den Zeiten der Butter-Schwemme billig aufzukaufen und einzulagern. Die Folge dieser verfehlten Butterpolitik ist jetzt ein Verbraucherpreis, der bei 7 DM und höher für das Kilogramm liegt.

*

über den Bau von Transatlantik-Passagierschiffen werden zwischen führenden deutschen Reedereien und einigen großen Werften Vorverhandlungen geführt, nachdem der Bau deutscher Passagierschiffe bis vor kurzem noch als unrentabel bezeichnet wurde. Heute ist man der Ansicht, daß zwei deutsche Passagierschiffe in der Größenordnung zwischen 25 000 und 30 000 BRT in den Hauptreisezeiten voll ausgenutzt sein würden, solange die Atlantik-Flugpassagen nicht wesentlich herabgesetzt werden. Hinsichtlich der Finanzierung der geplanten Passagierschiff-Bauten (sie ist jetzt noch eine offene Frage) ist man übrigens sehr optimistisch.