45-Stunden-Woche bei Max Braun. Als erster Betrieb in der hessischen Metallindustrie nahm die Firma Max Braun (Radio- und Elektrogeräte) in Frankfurt a. M. bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich ab 1. November eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von bisher 48 auf 45 Stunden vor. Das Unternehmen beschäftigt rund 1500 Arbeiter. Um die durch die Arbeitszeitverkürzung entstehenden Mehrbelastungen aufzufangen, kündigte die Geschäftsleitung weitere Rationalisierungsmaßnahmen an.

Im Wolfsburger Volkswagen-Werk soll die 40-Stunden-Woche stufenweise eingeführt werden, teilte Generaldir. Dr. Heinz Nordhoff auf einer Betriebsversammlung mit. Bis Mitte 1957 soll die Aktion abgeschlossen sein. Zunächst wird die Arbeitszeit im Frühjahr nächsten Jahres für rd. 80 v. H. der Belegschaft auf 42 Wochenstunden verkürzt werden. Das gilt für die in Wechselschicht arbeitenden Werkangehörigen. Für die übrigen 20 v. H. der Belegschaft wird die Arbeitszeit zunächst auf 45 1/4 Stunden wöchentlich verkürzt. Nach dieser Regelung wird im Volkswagenwerk nur noch an jedem vierten bzw. jedem zweiten Sonnabend gearbeitet. Die Arbeitszeitkürzung erfolgt bei vollem Lohnausgleich, was einer Lohnerhöhung von 6 v. H. gleichkommt.

Neugründung In der Kali-Industrie. Die Kali-Industrie und die Verkaufsgemeinschaft deutscher Kaliwerke GmbH (Hannover) hat mit einem Stammkapital von 500 000 DM die "Kali-Union Verwaltungsgesellschaft mbH" gegründet, deren Aufgaben auch auf dem Gebiet des Außenhandels liegen. Sie befaßt sich mit der Errichtung von in- und ausländischen Unternehmen oder Organisationen, die sich mittelbar oder unmittelbar mit der Erforschung, Gewinnung, Herstellung und dem Vertrieb von Kalisalzen, anderen Mineraldüngern und Nebenprodukten und insbesondere auch mit der Werbung für die Verwendung von Düngemitteln beschäftigen. Die Gesellschaft kann Zweigniederlassungen im In- und Ausland errichten. Zu Geschäftsführern wurden Dir. Gustav Schmelz (Geschäftsführer der Verkaufsgemeinschaft deutscher Kaliwerke GmbH) und Bernhard Mönkemeier, beide Hannover, bestellt.

Das Hamburger Bankgeschäft Martin Friedburg & Co blickte am 27. Oktober auf das 150jährige Bestehen zurück. Die Firma befindet sich noch immer im Besitz der Gründerfamilie. Die stetige Aufwärtsentwicklung, in deren Zuge das Unternehmen 1931 die Vertretung der Deutschen Gold-Discont-Bank übernahm, wurde 1934 durch die politische Entwicklung in Deutschland jäh unterbrochen. Doch gelang es dem derzeitigen Inhaber Rudolf Friedburg, den Bestand der Firma zu retten und sie 1945 erneut in das Geschäftsleben zurückzuführen. Seitdem ist das Bankhaus Friedburg & Co erfolgreich bei der Finanzierung von Bauvorhaben (u. a. Eigentumswohnungen) und in der Vermittlung von konsolidierten Krediten tätig.

Bausparen in guter Entwicklung. Obgleich bereits 1954 für die Bausparkassen ein Rekordjahr war, konnte die Öffentliche Bausparkasse Hamburg, eine Abteilung der Hamburgischen Landesbank – Girozentrale –, ihr Neugeschäft in den ersten zehn Monaten 1955 gegenüber der gleichen Vorjahreszeit um fast zwei Drittel steigern. Die Gesamtsumme, die den abgeschlossenen Verträgen zugrunde liegt, hat jetzt die 200-Mill.-DM-Grenze überschritten. Von diesen Bausparverträgen sind bereits mehr als ein Drittel zugeteilt.

Mannesmann-Wandelanleihe wird an der Amsterdamer Börse eingeführt. Die von der Mannesmann AG-Düsseldorf laut HV-Beschluß vom 19. Oktober beschlossenen nom. 40 Mill. DM 5 1/2prozentigen Wandelschuldverschreibungen werden an der Amsterdamer Börse eingeführt. Die Zeichnungsfrist an der Amsterdamer Börse beginnt am 4. November,

Aufsichtsratswahl bei Henschel & Sohn GmbH. In den AR der Henschel & Sohn GmbH, Kassel, wurden von der Gesellschafterversammlung gewählt: Klaus Herbert von Bismarck, Landskrona (Schweden) Vicco von Bülow-Schwante, Düsseldorf; Dr. Robert Henschel, Berlin-Dahlem: Dr. Hermann Jannsen, Frankfurt a. M.; Dr. Ernst Mangold, Kassel; Dr. Hans-Karl von Mangoldt-Reiboldt, München: Dr. L. S. Rothe, Frankfurt a. M.; Kurt Schmitz, Witten (Ruhr): ferner gehören vier Vertreter von Arbeitnehmerseite an.