Die Bayerische Staatsbank mit 2272 Mitarbeitern in 29 Niederlassungen in Bayern und in der Pfalz, mit einer Bilanzsumme von rd. 1,3 Mrd. DM, eine der größten deutschen Regionalbanken, blickt in diesem Jahre auf 175 Jahre des Bestehens zurück. 1780 als "Hochfürstlich-Brandenburg-Anspach-Bayreuthische Hof-Banco" in Anspach gegründet, wurde sie 1792 preußisch und 1795 nach Fürth verlegt. Als 1805 Preußen Anspach an Bayern abtrat, wurde ein Jahr darauf aus der "Königlich-Preußischen Banco" in Franken die "Königlich-Baierische Banco", die 1807 nach Nürnberg übersiedelte. 1850 wies ihr die Regierung die Einlagen der Gerichte und Verwaltungsbehörden des ganzen Königreiches zu, und der Wirkungskreis des Instituts dehnte sich auf ganz Bayern aus. Das Institut wurde zur führenden Depositen-, Wechsel- und Kreditbank des Landes. Für den bayerischen Staat begab die Bank zunächst allein, seit 1899 als Führerin des Bayernkonsortiums, sämtliche Inlandsanleihen. Ihre Bilanzsumme stieg von 29 Mill. Mark im Jahre 1850 auf 340 Mill. Mark im Jahre 1913. Seit Ende 1918 lautet der Bankname "Bayerische Staatsbank" und der Hauptsitz wurde 1920 von Nürnberg nach München verlegt. In den folgenden Jahren errang das Institut wieder seine führende Stellung, um 1933 eine "Staatsbank ohne Staat" zu werden. Die von der Defizitpolitik des Reiches ausgehende Geldflüssigkeit spiegelte sich auch in ihren Bilanzsummen wider, die sich von 390 Mill. Reichsmark 1932 auf 724 Mill. Reichsmark im Jahre 1939 erhöhten.

Nach 1945 ließ das Gesetz über die Errichtung der Landeszentralbank von Bayern dem Institut seine Stellung als Hausbank des bayerischen Staates. Den Wirtschaftsaufschwung seit der Währungsreform dokumentiert das Steigen der Einlagen der Bank von 115 Mill. DM auf 917 Mill. DM Ende 1954 und der Bilanzsumme von 162 Mill. DM zum Zeitpunkt der Währungsreform auf rd 1,3 Mrd. DM 1954. Im Jahre 1950 ordnete das "Gesetz über die Bayerische Staatsbank" die rechtlichen Grundlagen der Bank neu und paßte sie unter Aufrechterhaltung der bewährten Grundsätze für Verfassung und Geschäftsführung den gegebenen wirtschaftlichen Umständen an. Ihre Rechtsstellung als Staatsanstalt, ihr Wirkungskreis als Depositen- und Kreditbank sowie ihre Aufgabe, die Wirtschaft zu fördern, blieben unberührt. Unberührt blieben auch die strikte Scheidung von der Staatsverwaltung, das Fehlen von staatlichen Vorrechten und ihre Stellung als Hausbank des bayerischen Staates. Bedeutsam waren die in dem Gesetz enthaltene Erhöhung des In der Währungsreform zusammengeschmolzenen Grundkapitals von 10 Mill. DM auf 40 Mill. DM durch den bayerischen Staat und die Bestimmungen zur Stärkung der eigenen Mittel, die es der Bank ermöglicht haben, die gesetzliche Rücklage bis 1954 auf 10 Mill. DM auszufüllen. Nunmehr wird jährlich vom Reingewinn ein Viertel dem Reservefonds zugeführt, drei Viertel (1954: 2,5 Mill. DM) fließen als Gewinnabführung an den bayerischen Staat.

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Das Neugeschäft der Allianz-Lebensversicherungs AG lag in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 20 v. H. über dem Neuzugang vom gleichen Zeitraum des Torjahres und betrug im III. Quartel d. J. allein 200 Mill. DM. Der Ende 1954 mit 3,75 Mrd. DM Versicherungssumme ausgewiesene Bestand hat schon vor einigen Monaten 4 Mrd. DM überschritten. Die gesamten Deckungsmittel sind auf über 1 Mrd. DM angewachsen. Infolge des günstigen Geschäftsverlaufes sieht sich die Gesellschaft in der Lage, die Gewinnbeteiligung ihrer Versicherten für 1956 weiter zu erhöhen.