DIE ZEIT

Schäffer bleibt hart

Auf diese Fragen gibt das Bundesfinanzministerium eine indirekte Antwort, indem es jetzt dem Kabinett vorschlägt, das Prinzip der sogenannten Ehesteuer wieder voll durchzuführen, das der Bundestag im Zuge der letzten Steuerreform teilweise beseitigt hat.

Geringere Gefahr, erhöhtes Risiko

Wenn man es recht bedenkt, hat die allgemeine Überzeugung, daß im Zeitalter der Atombombe Weltkriege nicht mehr stattfinden, das Risiko lokaler kriegerischer Auseinandersetzungen außerordentlich erhöht.

Kultur gegen Kultura

Es ist bei uns zu einer Art Zwangsvorstellung geworden, zu meinen, daß in der Auseinandersetzung mit der totalitären Propaganda diese von vornherein im Vorteil sei, weil sie zentral gesteuert und kompromißlos ist.

Heimkehr – eine Gefahr?

Das ist eine merkwürdige Gesellschaft, die zusammen mit den vielen Hundert anonymen Schulzes, Müllers und Meiers im Lager Friedland aus den Omnibussen klettert.

Dolch im Gewande?

"Diejenigen, denen das Bundesverfassungsgericht ein Dorn im Auge ist, werden versuchen, den Notstand, in dem sich das Gericht befindet, zum Anlaß zu nehmen, die Institution überhaupt aus den Angeln zu heben(Dr.

Sicherheit à la Molotow

Kollektive Sicherheit ist, wie schon der Völkerbund zeigte, genausoviel und genausowenig wert wie das Kollektiv selbst. Sind die Mitglieder des Kollektivs unter sich einig, ist auch die Sicherheit kein Problem; sind sie es nicht, kann kein Sicherheitspakt die fehlende Einigkeit ersetzen.

Der Pascha von Marrakesch

Der Glaui, Pascha von Marrakesch, ist seit Jahrzehnten die große, fast mythische Figur auf der marrokanischen Bühne, ohne deren Zustimmung bisher keine politische Maßnahme möglich schien.

Das Ende der Einheit

Mit der vielumkämpften Einheit der deutschen Gewerkschaften ist es – theoretisch – zu Ende. Am Sonntag haben in Essen 400 Arbeitnehmer unter der Führung des Generalsekretärs der katholischen Arbeiterbewegung, des CDU-Abgeordneten Even, die "Christliche Gewerkschaftsbewegung Deutschlands" gegründet.

ZEITSPIEGEL

Vertriebenenminister Oberländer betonte in einem Interview mit der lettischen Exilzeitung Latvija, die Bundesregierung werde sich bei der Behandlung der heimatlosen Ausländer streng an die Genfer Flüchtlingskonvention halten, nach der niemand gegen seinen Willen ausgeliefert oder zurückgehalten werden darf.

Die Macht des Bundeskanzlers

Hat sich die Kanzler-Demokratie bewährt? – Der Kölner Bahnhofsbuchhändler Ludwig hatte die Frage zum Thema seines 230. Mittwochsgesprächs gemacht, und der Professor für politisch; Wissenschaft an der Tübinger Universität, Theodo’ Eschenburg, hatte sie in seinem einleitenden Vortrag mit "Ja" beantwortet.

Sowjetvolk als Massenheer

Die Steigerung der Wehrfähigkeit war immer und bleibt auch das große und permanente Anliegen des ganzen sowjetischen Volkes! .

Menschen, nicht Kanonen

Zu dem Porträt des Schweizer Waffenfabrikanten Emil Bührle in der Ausgabe der ZEIT vom 20. Oktober haben Studenten der Clausthaler Bergakademie ihr Befremden ausgedrückt, Sie schrieben uns, daß es sich bei Bührle doch schließlich um einen jener Männer handele, "die im letzten Kriege am Tod vieler Soldaten reich geworden sind, indem sie als Neutrale Zeichnungen und Patente an verfeindete Mächte verkauften".

Europa und der Tigerkäfig

Eine kurze telephonische Anfrage bei der Sekretärin des Senators William F. Knowland. Drei Minuten später hatten wir die Antwort: Herr Knowland werde sich freuen, die drei Journalisten aus Deutschland zu empfangen.

Atomkraft in Deutschland

In wenigen Wochen will der neuernannte Atomminister Franz-Josef Strauß eine Atomkommission zusammenrufen, die einen Plan zur Kernenergienutzung ausarbeiten soll.

Margarets Verzicht

Überraschend hat Prinzessin Margaret von England ihren Entschluß bekanntgegeben, Oberst Townsend nicht zu heiraten. Das wehmütig tapfere Dokument, in dem sie der Öffentlichkeit diesen Entschluß mitteilt, wird im gesamten Commonwealth und in der übrigen Welt viele Herzen bewegen.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Die Teufel von Loudun

Es gibt historische Tatsachen von so extremer Unwahrscheinlichkeit, daß man sie nicht als Romanstoff aufgreifen oder sie in romanähnliche? Form erzählen darf, weil jeder Leser unwillkürlich der krankhaften Phantasie des Erzählers das zuschreiben würde, was in seiner unerschöpflichen Erfindungskraft das wirkliche Leben selbst! sich hat ereignen lassen.

Streit um Genies

Der ostzonale Schriftsteller Walther Victor hat kürzlich in einer Ostberliner Zeitung zu der Frage Stellung genommen, ob die unbefriedigende Entwicklung der Literatur in der Sowjetzone nicht darauf zurückzuführen ist, daß man von seiten der maßgebenden Stellen der ideologischen Schulung des Schriftstellers mehr Bedeutung zumißt, als seiner künstlerischen Meisterschaft.

Ein großer Einzelgänger

Der Autor ist glücklicher dran als der letzte Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen im Königsberger Schloß, Alfred Rohde, der sein verdienstvolles, in den ersten Kriegsjahren erschienenes Buch auf das Frühwerk Corinths beschränken mußte, weil das der späten Jahre als "entartet" politisch verfemt wurde.

Sein Bild ist wahr – doch nicht beglückend

Es klingt bestechend, was ein Kritiker unlängst von Henry Miller gesagt hat: er sei ein genialer Dilettant. Indessen, je genauer wir’s bedenken, desto weniger sind wir geneigt, diese Formulierung auf Miller alleine anzuwenden; denn ein Nichtfachmann ist schließlich jeder Schriftsteller, verglichen mit den Musikern, den bildenden Künstlern und den Architekten, die nur in Ausnahmefällen der akademischen Bildung entbehren können.

Versöhnung ist das Ziel

Selten, weil unsere Zeit so arm ist an einer solchen echten, in religiösen Tiefen begründeten Humanität, und weil wir – durch unsere eigene Schuld – verarmt sind an solchen Menschen, wie sie Max Tau repräsentiert.

Constanze Mozarts späte Liebe

nennt. In ihr sind nun die Farben so zart, daß man sie kaum noch unterscheiden kann. Alles wird zur Anmut, die Sprache tänzelt auf Zehenspitzen daher.

Ur, Assur und Babylon

Wenn die kurze Dämmerung sich über das weite, flache Land am Euphrat legt, kehren die Tempelherden unter den Rufen der braunen, nackten Hirten heim.

Gelacht – gelächelt – nachgedacht

Diese Sammlung "komischer Geschichten" beginnt leider mit der banalen: "Wenn die Ouvertüre vorüber ist", einer der üblichen Betrachtungen der Oper und der Sängerinnen ohne Illusion.

Wie atmet die Zelle?

Ein Schüler Otto Warburgs, der Schwede Hugo Theorrell, erhielt den Nobelpreis für Medizin

"Die ganze Welt ist eine einzige Atomstation"

Eine Woche lang hatte sich der isländische Schriftsteller Halldor Laxness in Stockholm aufgehalten, dann reiste er ab. An der schwedischen Grenze erreichte ihn ein Telegramm: er möge doch noch einen Tag länger in Schweden bleiben.

Die Bühnenschlange...

Die glanzvolle Eröffnung des neuen Hauses der Hamburger Oper in Gegenwart des Herrn Bundespräsidenten muß nun allerdings doch zu einerErmahnung an die Intendanten aller deutschen Opernhäuser führen.

Zwischen Dichtung und Reißer

Ein junger Autor war der Anlaß, nach Göttingen zu fahren. Asmodi, sein persisch klingender Schriftstellername, und der Werktitel Jenseits vom Paradies machten gespannt auf Weisheit aus Asien.

Stiefkind Filmmusik

Musik im Film ist seit fünfundzwanzig Jahren eine Selbstverständlichkeit. Als dramatisches Element, dramaturgischer Gag oder gar nicht mehr bewußt wahrgenommene Geräuschkulisse fristet sie ein in der Regel recht unkünstlerisches Leben; unkünstlerisch, weil sie mehr Magd im Dienste des Filmes sein soll, als die Idee vom Kunstwerk zulassen kann.

Herbstpflanzung und Mondgang

Die ersten Stauden haben wir wohl ocer übel in den Dreck pflanzen müssen. Wir arbeiteten im Regen, der den gut gedüngten Lehmboden in einen Morast verwandelte, worin wir, mit aufgekrempelten Hemdsärmeln schaffend, eher Bäckern als Gärtnern glichen.

"Der Regenmacher"

Der Regenmacher" von N. Richard Nash bestätigte bei seiner deutschen Erstaufführung im Stuttgarter Staatsschauspiel sehr eindrucksvoll die Theorie von der neuen romantischen Sendung des Theaters unserer Zeit.

Danzig: 152 Schiffe geborgen

Von dem staatlichen Unternehmen Polnische Schiffsbergung wurden seit Kriegsende insgesamt 152 gesunkene Schiffe an der Ostseeküste geborgen.

Berlin: Die zensierte Pauke

An dem Kabarettprogramm des "Berliner Abends", den Senat und Abgeordnetenhaus für die in Berlin versammelten Bundestagsabgeordneten im Schöneberger Ballhaus Prälat veranstalteten, konnte jedermann in Deutschland teilnehmen, der an jenem Dienstagabend vor einem Fernsehapparat saß.

Niedersachsen: Schöne Alliierte

Wie weit die Souveränität der Bundesrepublik Wirklichkeit ist, wie weit sich Deutsche und in Deutschland stationierte NATO-Truppen als gleichberechtigte Partner entgegenkommen und helfen: diese Frage warf in diesen Tagen eine Maßnahme des englischen Standortältesten der Royal Air Force in Lüneburg auf.

Hessen: Heinrich vom Walde in der Notwehr

Was für ein Mensch der Heinrich vom Walde ist, zeigte die überaus bewegte Verhandlung vor dem Wiesbadener Schöffengericht: der Heinrich ist trotz seiner 66 Jahre noch ein ganzer Kerl, ein (wenn auch vorbestrafter) Rechtsfanatiker, der sich seiner Haut zu wehren weiß.

Bremen: Rückstrahlung

Bremens Autofahrer murren. In unübersehbarer Größe war an allen Litfaßsäulen der 1. Oktober als Stichtag plakatiert, bis zu welchem jeder Radfahrer sein! Fahrzeug mit Tretstrahlern zu versehen hatte.

Baden-Württemberg: Noch nicht klein genug

unter den Politikern, denen dieses an Größe ohnehin bescheidene Land noch nicht klein genug ist. Die Aufspaltung zwar hat kaum noch eine wirkliche Chance, dafür verfangen die Argumente bei den breiten Massen zu wenig – und so versuchen die Minimalföderalisten es auf anderem Wege, über die Einteilung des Landes in "Regierungsbezirke" nämlich, die sich zwischen die Bezirks- oder Landratsämter (früher Oberämter genannt) und die Landesregierung einschieben.

Bayern: Feine Unterschiede

Stadtrat Dr. Seiß (SPD) wollte in München Polizeipräsident werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sicherte er sich das Wohlwollen seines Parteigenossen Boessl.

Hamburg: 150 Jahre Lehrerverein

Die älteste Lehrervereinigung Deutschlands und wohl auch der ganzen Welt, die Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens in Hamburg, ist 150 Jahre alt geworden.

Vorpommern: Aufbau in Pasewalk

In Pasewalk, dessen Stadtzentrum noch immer in Trümmern liegt, wurden bisher ein neues Rathaus, einige Verwaltungsgebäude sowie eine neue.

Nach der Berlin-Reise des Bundestages

Die Unergiebigkeit der gesamten konjunkturpolitischen Diskussion dieser letzten beiden Monate ist durch die zweitägigen Verhandlungen des Bundestags in der Technischen Hochschule zu Berlin vollends evident geworden.

Die Medizin wirkte

Die von der Deutschen Bundesbahn unter dem Druck der nachlässigen Be- und Entladung ihrer Güterwagen verfügte Erhöhung des Wagenstandgeldes war eine ausgezeichnete Medizin: am Tage der "Preiserhöhung" war die Zahl der der Deutschen Bundesbahn nicht rechtzeitig wieder zur Verfügung gestellten Güterwagen schlagartig auf, 7700 zurückgegangen, gegenüber 10 500 Wagen, die noch acht Tage zuvor gemeldet worden waren.

Preisfieber?

Die echten Probleme der (überhitzten?) Preisdebatte liegen häufig abseits der großen Argumente. Sie liegen oft dort, wo man sie kaum vermutet.

Auf einen Blick...

An den westdeutschen Börsen ist in diesen Tagen nur auf einem Gebiet eine Belebung zu verzeichnen: in der Nachfrage nach Goldmünzen.

Ein Wirtschaftsthema für die Frau: Einkaufen ist nicht Glückssache

Niemand kann behaupten, daß das Zeugnis besonders gut gewesen sei, das der Herr Wirtschaftsminister Erhard in diesen Tagen den bundesdeutschen Hausfrauen ausstellte: sie sollten nicht länger alles hinnehmen, was ihnen an Preisen in den Geschäften und auf den Märkten zugemutet wird und nicht wie "Opferlämmer, zur Schlachtbank" zu ihren Einkäufen gehen, hat er gesagt.

Kritik erwünscht

Fehler einzugestehen, ist nicht jedermanns Stärke; ebenso selten ist die Bereitschaft, sich einer Kritik zu unterwerfen. Um so erfreulicher ist es also, daß als unlängst, bei einer Probefahrt, der Vertreter einer führenden deutschen Reederei die verladende Wirtschaft aufforderte, Kritik zu üben.

Woher kommt der Druck auf die Rentenmärkte?

Es ist erst wenige Monate her, daß man in Deutschland nur von einer fallenden Tendenz des Kapitalzinses sprach und die Hoffnung auf einen 5prozentigen Pfandbrief bei Jahresende nährte.

Eine gute Rede...

Man muß schon nach Bad Oeynhausen gehen, wenn man etwas Vernünftiges über europäische Integration hören will – freilich muß dann auch der Innenminister des Industrielandes Nordrhein-Westfalen, Dr.

Markenware – stabil

Zu einer Sympathiekundgebung für die intensiven Bemühungen des Bundeswirtschaftsministers zur Stabilisierung des Preisniveaus kam es auf der in diesem Jahr in Hamburg abgehaltenen Jahresversammlung des Markenverbandes e.

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