Dem Wochenbericht über die Weltrohstoffmärkte der Hamburger Kreditbank A. G., dem Nachfolge-Institut der Dresdner Bank in Norddeutschland, entnommen.

Auf den Weltwarenmärkten hielten sich die Prefsabschwächungen und Preisfestigungen mehr oder weniger die Waage. Der Rohstoffpreisindex der Financial Times, der sowohl Dollar- als auch Sterlingwaren erfaßt, erhöhte sich während der Berichtswoche nur geringfügig, und zwar von 87,82 am 21. 10. 1955 auf 88,00 am 28. 10. 1955 (1. 7. 1952 = 100).

Einen Überblick über die Preisentwicklung in der Woche vom 24. bis 28. 10. vermittel nachstehende Tabelle:

Von den 30 notierten Welthandelsgütern wiesen zvölf eine leicht steigende bzw. steigende und zwölf eine leicht schwächere bis stark schwächere Tendenz auf. Die Preise von sechs der notierten Waren waren konstant

Getreide: Auf den nordamerikanischen Getreidemärkten konnten sich die Notierungen im allgemeinen von dem niedrigen Wochenbeginn erholen, ohne daß allerdings sämtliche Getreidearten das Vorwochenniveau überschritten. An der Chikagoer Getreidebörse erhielt Mais eine Stütze durch die Nachricht, daß die Commodity Credit Corporation die Inlandsofferten für Mais zurückgezogen und den Offertenpreis für Exportmais erhöht habe.

Kupfer hatte sowohl In New York als auch In London in der Berichtswoche eine feste Preistendenz. Eine weitere Ermäßigung des US-amerikanischen Hüttenabgabepreises ist nicht eingetreten, und es wird auch nicht ingenommen, daß bis zum Jahresende eine derartige Herabsetzung erfolgen könnte. In London konnte sich eine Preisfestigung durchsetzen, was zum Teil mit der unruhigen politischen Lage im Nahen Osten in Zusammenhing gebracht wurde. Außerdem hatten sich die Vorräte der Londoner NE-Metallbörse weiter ermäßigt.

Zinn: Bei diesem Metall setzte sich die steigerte Preistendenz der Vorwoche unter dem Einfluß des Streiks im Zinnbergbau von Nigeria fort. In London war ein erheblicher Anstieg zu verzeichnen, und die dortigen Neuerungen erreichten die hohen, im Juli dieses Jahres erzielten Werte. Neben dem Streik in Nigeria war die angespannte Versorgungslage in verfügbarer Ware die Ursache für diese kräftige Aufwärtsbewegung. Die Zinnvorräte der Londoner NE-Metallbörse, die Ende September noch über 1000 lgt betrugen, sind bis Ende der Vorwoche auf 443 lgt gesunken, eine Menge, die nicht zur Deckung des laufenden Bedarfs ausreicht. Aus diesem Grunde hat sich während der Berichtswoche die Backwardation weiter ausgeweitet.