n. k., Lüneburg

Wie weit die Souveränität der Bundesrepublik Wirklichkeit ist, wie weit sich Deutsche und in Deutschland stationierte NATO-Truppen als gleichberechtigte Partner entgegenkommen und helfen: diese Frage warf in diesen Tagen eine Maßnahme des englischen Standortältesten der Royal Air Force in Lüneburg auf. Er entzog dem Fallschirmrettungstrupp Lüneburg, der bei Katastrophenfällen eingesetzt werden soll und zusammen mit den Rote-Kreuz-Stadtverbänden von Celle und Lüneburg für das vergangene Wochenende eine Einsatzübung angesetzt hatte, kurzerhand die Starterlaubnis für das Flugzeug. Die Einsatzübung fiel infolgedessen aus. Der Leiter des Rettungstrupps, Heinz Krebbel, erhielt von der RAF nur die lakonische Mitteilung: "Der Flugplatz Hagen ist nicht zum Starten und Landen von Flugzeugen geeignet." Welchen anderen Sinn ein Flugplatz haben könnte, sagte der Luftwaffenoffizier nicht.

Die Schwierigkeiten, die den notwendigen Übungen des Rettungstrupps jetzt entgegenstehen, sind groß. Die bestellte Maschine mußte abgesagt, eine neue muß in Hamburg-Fuhlsbüttel gechartert werden. Die sechs Fallschirmspringer werden dann nach Hamburg fahren und von dort zurückfliegen, um über Lüneburg abzuspringen. Daß "zum Starten und Landen ungeeignete" Flugplätze umgepflügt und bebaut werden sollten, wäre eine logisch begründete Forderung.