Heimatlose Ausländer

Vertriebenenminister Oberländer betonte in einem Interview mit der lettischen Exilzeitung Latvija, die Bundesregierung werde sich bei der Behandlung der heimatlosen Ausländer streng an die Genfer Flüchtlingskonvention halten, nach der niemand gegen seinen Willen ausgeliefert oder zurückgehalten werden darf.

Kein Zug in Brest-Litowsk

Die WELT telephonierte (Preis 104 DM) von Hamburg über Moskau mit dem Bahnhofsvorsteher von Brest-Litowsk. Die Frage, ob Züge mit deutschen Heimkehrern unabgefertigt auf den Gleisen stünden (technische Schwierigkeiten in Brest-Litowsk waren beim Ausbleiben der Transporte angenommen worden), verneinte der Beamte. Es bestünde kein Grund, so schreibt die WELT, ihm nicht zu glauben.

Der Deutsche Fritz

Der vor einem Monat bei einem Besuch in Paris verhaftete Kölner Emil Fritz wurde von einem Pariser Militärgericht von der Anklage freigesprochen, er habe sich 1935 der französischen Militärdienstpflicht entzogen. Vater Fritz ist Elsässer, aber vor dem ersten Weltkrieg geboren, als das Elsaß noch zu Deutschland gehörte, seine Mutter ist Deutsche. Das Militärgericht erkannte die deutsche Staatsbürgerschaft an und hob eine 1935 verhängte sechsmonatige Gefängnisstrafe auf. Immerhin hat Fritz seinen geplanten Paris-Urlaub im Gefängnis, anstatt an den beliebten Stätten des Fremdenverkehrs, verbracht.

Weinet, ihr Männer