Die Bayerische Motoren-Werke AG, München, ist 1954 in die Gewinnzone gekommen. Durch den Überschuß von (in Mill. DM) 1,16 (0,07) konnte der Verlustvortrag gedeckt und ein Überschuß von 0,03 ausgewiesen werden. Gegen Ende des Berichtsjahres waren die ersten beiden Ausbaustufen zur Wiederherstellung der Produktionskapazität abgeschlossen. Die Ertragslage wurde durch die hierfür erforderlichen Investitionen und die mit dem Anlauf der Wagenfertigung verbundenen Kosten jedoch noch wesentlich beeinflußt. Infolge der Investierung von 10,55 (6,69), denen Abschreibungen von 5,47 (4,14) gegenüberstehen, erhöhten sich die Gesamtinvestitionen seit der Währungsreform auf 56,66. Der Zeitpunkt, in dem die Ertragslage die Aufnahme von Dividendenzahlungen gestattet, wird bei BMW leider durch die Auswirkungen der ungewöhnlich schweren Kriegs- und Nachkriegsfolgen hinausgeschoben. Der Neuaufbau des in der Ostzone enteigneten Automobilwerks im Stammwerk München-Milbertshofen erfordert nach dessen gleichzeitiger westalliierter Totaldemontage hohe Werkzeug- und Einrichtungskosten, deren angemessene Verteilung auf eine Reihe von Jahren notwendig ist. Die Frage der Entschädigung für die Demontageverluste der Gesellschaft harrt noch immer ihrer Lösung.

Nach Fertigstellung der ersten beiden Aufbaustufen werden in den kommenden Jahren die abschließenden Investitionen für den Automobilbau durchzuführen sein, um die heutige Werkskapazität den steigenden Erfordernissen anzugleichen. Daneben erfordert die Aufnahme der "Isetta" in das Produktionsprogramm eine Erweiterung der Fertigungsanlagen. Um den erwarteten Rückgang des Motorradgeschäftes auszugleichen, wurde hierfür eine Lizenz von der Firma Iso, Mailand, erworben.

Der Gesamtumsatz des Werkes München-Milbertshofen stieg von 80,0 auf 95,0. 1955 erwartet man eine weitere Umsatzsteigerung. Dem im Motorrad-Abschnitt zu erwartenden Rückgang steht die neuangenommene Fertigung der "Isetta" und die Vergrößerung der Wagenproduktion gegenüber. Im Berichtsjahr wurden rund 29 500 (27 730) Motorräder produziert und verkauft. Für 1955 ist eine Drosselung der Produktion um 20 v. H. vorgesehen. An der deutschen Motorradausfuhren war die Gesellschaft mit 18 (19) v. H. beteiligt. Im Automobilgeschäft wurden 3471 Sechszylinder-Wagen hergestellt, von denen 14 v. H. in den Export gingen. 1953, dem ersten Jahr der Produktion, waren es 1621 Automobile, von denen 22 v. H. exportiert werden konnten. Nach Räumung des Werkes München-Allach von der amerikanischen Armee ist ein Teil des Werkes verkauft und ein weiterer Teil an die MAN verpachtet worden. Aus dem Kaufpreis von 21,50 sind die anfallenden Steuern und Lastenausgleichszahlungen zu decken. Von den Buchgewinnen wurde ein Teil bereits im Berichtsjahr über die Organschaftsabrechnung vereinnahmt und zu Sonderabschreibungen auf Anlagen verwandt. Im Werk Allach verbleiben BMW noch 514 000 qm und im Werk Milbertshofen 341 239 qm. Im Spandauer Werk wurden bei gleichbleibenden Umsätzen Werkzeugmaschinen hergestellt. Ende des Berichtsjahres wurden 8009 (9201) Belegschaftsmitglieder beschäftigt. g a.