Von Grigorij Lakin

Auf dem Gefängnishof von Tula drängen sich die Leute wie die Schafe. Keiner von ihnen blickt hoch, als der Kommandant mit seinen Beamten auf den Hof kommt.

Die Lederpeitsche des Kommandanten klatscht an die spiegelnden Stiefelschäfte. "Ihr wißt, mein Wachhund ist verschwunden! Wer hat ihn auf die Seite gebracht? Meldet sich keiner, büßt ihr alle!" Im selben Moment weist der Peitschenknauf auf einen bärtigen Gefangenen. "Etwa du, Pope? Hast ihn gestohlen, geschlachtet und gefressen, was?"

In das pflichtschuldige meckernde Lachen der Beamten sagt eine Stimme. "Ich war es – ich, Fodor Kornilow!" Aus den Reihen ist ein kleiner Mann vor die Front getreten.

Wie elektrisiert schnellt der Mann mit der Peitsche herum. "Ah – habe ich ihn! Sag, wo ist der Hund? Sprich oder – ". Fodor zuckt vor der erhobenen Hand mit der Peitsche zurück. Langsam sinkt er auf die Knie. "Er suchte ein Loch am Zaun. Er wollte hier heraus er hatte so viele Striemen. Da habe ich ihm geholfen, gestern abend. Wenigstens er sollte..."

Weiß vor Wut hebt der Kommandant die Peitsche. "Striemen, sagst du? War", ich werde dir welche geben! Hinprügeln werde ich dich zu der Stelle – Da wirft sich plötzlich der Pope vor den heruntersausenden Arm. "Schlagen sie ihn noch nicht, Kommandant! Er weiß ja nicht wofür!"

Der Kommandant weist die hinzugesprungenen Beamten zurück. Lauernd fragt er dann den Bärtigen: "Kannst du es ihm vorher sagen, Pope? Dann sage es, wofür ich ihn – –." Und höhnisch: "Gib ihm ein Gleichnis, Pope, damit es ihm besser schmeckt!"